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2 (1894)
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262
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262 V- Staufer. § 3. Die Prämonstratenser. Albero vod Trier. "Wibald.

Näher steht uns Norbert, der von Geburt ein Deutscher war undals Erzbischof von Magdeburg gestorben ist.

Norbert war ein "Weltgeistlicher von vornehmer Abkunft, ge-boren in Xanten 1 ), der in angesehener Stellung am Hofe lebte.Plötzlich aber entschlofs er sich (1115) der Welt zu entsagen; einBlitzstrahl der ihn schreckte, bestärkte ihn in seinem Vorsatz, under nahm zu Siegburg von dem strengen Abte Kuno das Mönchskleidan, ohne doch eigentlich in den Orden einzutreten. Vielmehr ginger umher und predigte, wozu er sich 1118 in St. Gilles vom PabsteGelasius eine förmliche Vollmacht erwirkte; besonders liefs er essich angelegen sein, die zahllosen Fehden, welche damals Frankreichwie Deutschland erfüllten, beizulegen und Frieden zu stiften. Imfolgenden J. 1119 aber liefs er sich von seinem Freunde, dem Bi-schof Bartholomäus von Laon bewegen, dauernd in dessen Sprengelsich niederzulassen; in unwirthlicher, sumpfiger Gegend gründete erdas Kloster Premontre nach der Regel des h. Augustinus, die erdurch strengere Bestimmungen schärfte; unterscheidend war beson-ders, wie bei den neueren Benedictiner Orden, die Unterordnungder Tochterklöster unter den Abt des Mutterklosters. Die Erwer-bung von Kappenberg für den Orden führte Norbert wieder häufigernach Deutschland; mit dem Erzbischof Friedrich von Cöln, der ihnzum Priester geweiht hatte, war er nahe befreundet. Er gewannbald auch einen sehr grofsen Einfiufs auf Lothar, der 1126 seine"Wahl zum Erzbischof der sehr verwilderten und verwahrlosten Mag-deburger Kirche bewirkte, eine Stellung, zu der seine übertriebenemönchische Askese ihn keineswegs geeignet machte; er erfuhr dortden hartnäckigsten Widerstand und konnte zu keiner bedeutenden"Wirksamkeit gelangen. Erst nach seinem Tode (1134) hat derOrden der Prämonstratenser in diesen Gegenden sich weiter ausge-breitet und für den Anbau und die Germanisierung der slavischenLande vieles geleistet 2 ).

Als Erzbischof von Magdeburg nahm Norbert auch an LotharsRömerzuge Theil und fungirte nach dem Tode des Erzbischofs vonCöln als Kanzler für Italien. Seine Stimme war entscheidend fürdie endgültige Verwerfung Anaclets 3 ); weit wichtiger aber, denn

J ) Nach dem Chron. Gratiae Dei auch Canonicus in Xanten.

-) S. darüber Franz Winter, Die Prämonstratenser des 12. Jahrh. undihre Bedeutung für das nordöstliche Deutschland, Berl. 1865. Catal. abb.Praemomtr. MG. SS. XIII, 391. Anal. Boll. V, 602.

3 ) Eine Schrift von ihm für Inn. II gegen Anaclet ist verloren, s.MG. SS. XII, 679 n. 57. Ueber Innocenz und Anaclet s. auch Arnulfiarchidiaconi Sagiensis in Girardum Engolismensem invectiva, MG. SS. XII,