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2 (1894)
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24 IV. Salier. § 3. Altaioh und Hildesheim. Godehard. Benno.

ziemlich lange vorher angesagt werden mufsten, nicht selten aberunvorhergesehene Umstände eine Aenderung des Planes nothwendigmachten. Da kann denn leicht eine Verwirrung dadurch entstan-den sein.

Demselben Kloster und dem elften Jahrhundert gehört demStoff, aber gewifs nicht der Abfassung nach die inhaltlose Lebens-beschreibung der h. Alruna aus dem Hause der Markgrafen vonChamb an 1 ); der Zeit des Abts Walther, womit vielleicht Waltkergemeint ist, der 1068 auf Wenzel folgte, das abgeschmackte Lebender hh. Salome und Judith, welches nur durch eine Stelle überdie Grafen von Ortenburg und den Herzog Engelbert merkwürdig,und wohl im dreizehnten Jahrhundert verfafst ist 2 ).

Der Abt Godehard, zu dem wir jetzt zurückkehren, erwarbsich durch seine Amtsführung ein solches Ansehen, dafs ihm baldauch andere Klöster zur Herstellung einer besseren Zucht anvertrautwurden; so 1001 Tegernsee, 1005 das gänzlich verwilderte Hers-feld 3 ). Es gelang ihm auch, seine Reformation mit dauerndem Er-folge durchzuführen; er selbst entzog sich nach einigen Jahrenwieder dieser Thätigkeit, welche ihn zu sehr von seinem Berufeabzog, aber Mönche aus seiner Schule verbreiteten sich als Aebteverschiedener Klöster bis nach Böhmen, Mähren und Italien 4 ). Erselbst widmete sich von 1012 an allein seinem eigenen Kloster,bis er im Jahre 1022 zum Bischof von Hildes heim erwählt wurde,wo er nun bis an seinen Tod 1038 eine segensreiche Thätigkeitentfaltete.

Ungeachtet der Verdienste seines Vorgängers Bernward fandGodehard die Hildesheimer Schulen ungenügend; sie mochten viel-leicht den bedeutend gesteigerten Anforderungen dieser Zeit nichtmehr entsprechen. Es sandte deshalb zuerst seine jungen Clerikernach fremden Schulen; dann aber stiftete er in Hildesheim eine

1 ) Vita S. Älrunae bei B. Pez, Thes. II, 3, 253—266. Vgl. Riezler,Forsch. XVIII, 545, welcher Abfassung in Nieder-Altaich in der 2. Hälftedes 12. Jahrh. vermuthet. Auszug SS. XV, 2, 846 von Holder-Egger, dersie dem 14. Jahrhundert zuweist.

2 ) Vita S. Salomae virginis et Judithae viduae, Acta SS. Jim. V, 493bis 498; cf. B. Pez, Thes. II, p. LV1I. Vgl. Riezler, Forsch. XVIII, 551,Anm. 1. Auszug SS. XV, 2, 847 von Holder-Egger.

3 ) Gegen die gewöhnliche Annahme, dafs er auch Kremsmünster er-halten habe, Büdinger, Oesterr. Geschichte I, 449.

4 ) Vgl. die Nomina monachorum Altahensium, SS. XVH, 368.