114 Viertes Kapitel.
durchgehends findet man aber nur weisse Baumwoll-zeuge im Gebrauch; von den goldenen und silbernenTressen jedoch, mit welchen, nach Regis' Angabe, sich diecoreischen Damen besonders zu schmücken lieben sollen,sieht man heutzutage wenig oder nichts mehr, obschonauch ihnen, als Eva's Töchtern, die Liebe zum Putz gewissnicht abgesprochen werden darf.
Die Haartracht der Männer ist der japanischen nichtunähnlich, nur lassen die Coreer ihr Haupthaar ganzwachsen, während dasselbe bei den Japanesen rund umden nach vorn gebogenen Haarschopf wegrasirt wird. Wiedas Haar meistens wild um den Kopf hängt, so ist auchder Schopf bei den Coreern nicht so sorgfältig gepflegtwie bei diesen und gewöhnlich oben in ein Knäuel zu-sammengebunden. Während der Japanese auf einen gutfrisirten Schopf hält, begnügt sich der Coreer damit, ihnstruppig in die Höhe stehen zu lassen. Eigenthümlich ist,dass nur verheirathete Männer so einhergehen dürfen;unverheirathete und Knaben tragen das Haar in der Mittegescheitelt und nach hinten in einen dicken Zopf auslau-fend, der bis zur Hälfte herabhängt. Diese Tracht gibtden erwachsenen Männern ein so weibisches Aussehen,dass man beim ersten Anblick derselben im Zweifel ist,ob man Frauen oder Männer vor sich hat; und man kannum so leichter in diesen Irrthum verfallen, da die Frauenin der That das Haar ganz auf gleiche Weise tragen undnur dann und wann den Zopf um den Hinterkopf schlin-gen. Bei der vornehmern Frauenklasse findet man auchwol die Haare am Nackenzopf gekräuselt und mit langenNadeln befestigt. Bemerkenswerth ist noch, dass bei denCoreern die Farbe des Haares nicht so durchgehendsschwarz ist ' wie bei Chinesen und Japanesen; viele ha-ben braunes und selbst blondes Haar, was man bei jenennur in den seltensten Avisnahmefällen antrifft. Fast alle