108 Viertes Kapitel.
Die Vornehmen unter ihnen unterscheiden sich durchViolettseide von den andern. Die gelehrten Leute unterihnen kennt man an zwo Federn, die sie auf der Mützetragen. Nachdem der Kitse sein Gesetzbuch herausgegeben,welches nur aus acht Gesetzen bestand, so wurden dieCoreer dergestalt gesittet, dass Diebstahl und Ehebruchganz unbekannte Laster unter ihnen waren, sodass mannicht nöthig hatte, des Nachts die Thüren zu verschliessen.Und obwol die öftern Veränderungen, die allen Staatenfatal sind, ihre erste Unschuld gar sehr verstümmelt haben,so können sie doch noch jetzo vielen andern Völkern zumMuster dienen. Bei öffentlichen Versammlungen sind siemit Brocad bekleidet und mit allerlei güldenem und silber-nem Schmuck behangen. Man trifft unter ihnen vieleumherschweifende Dirnen an. Die Knaben und Mägdgensverheirathen sich untereinander, nachdem sie sich leidenkönnen, ohne sich zusammen zu beschenken oder sonsteine Ceremonie zu beobachten. Ihre Todten begraben sieerst drey Jahr nach ihrem Absterben. Vater und Mutterbetrauern sie drey Jahr, Brüder und Schwestern aber nurdrey Monate. Wenn sie ihre Todten begraben haben, sostellen sie neben das Grab-ihre Wagen, ihre Pferde undalles, was sie in ihrem Leben geliebet haben, und das wirddenen hernach Preis gegeben, die der Beerdigung mit bei-gewohnet.
„Sie sind von Natur sehr abergläubisch und habeneinen Abscheu, etwas Lebendiges zu todten. Im Essenund Trinken verhalten sie sich sehr massig. Sie bedienensich bei ihren Mahlzeiten der Teller und Schüsseln. Siesind dem Glauben des Fo zugethan, Die Mandarins unterihnen affectiren eine grosse Ernsthaftigkeit. Ihre Häusersind mit Stroh gedeckt, und sie liegen auf keinen Betten.Ihren Wein bereiten sie aus Hirse; an die Unterhaltungder Seidenwürmer wenden sie wenig, und behelfen sich mit