Druckschrift 
Ein verschlossenes Land
Entstehung
Seite
70
Einzelbild herunterladen
 

70 Drittes Kapitel.

zu dem Zweck geführt zu werden, der Centrälrfegierung

die Uebersicht über die einzelnen Landestheile zu erleich-tern, als mit der Absicht, irgendwelche geschichtliche Auf-zeichnungen damit zu verbinden.

Die Politik, welche die Könige von Corea sich jetzt,nach hergestelltem Frieden, vor allem zu befolgen zur Auf-gabe stellten, war, wie oben bemerkt, auf ein System dervölligen Absonderung und Isolirung ihres Landes von derAussenwelt begründet. Anfänglich dürfte die Erinnerungan die blutigen Kämpfe, in welche Corea jahrelang ver-wickelt worden, und die gewaltigen Opfer an Gut undMenschen, die dieselben dem Lande gekostet hatten, denersten Anlass dazu gegeben haben, der auch unter jenenUmständen als nicht ganz ungerechtfertigt erscheinenmag — man glaubte eben auf diese Weise von vornhereinallen ähnlichen Verwickelungen am besten ausweichen zukönnen. Im Laufe der Zeit wirkten aber noch andereFactoren mit, die Regierung in dem eingeschlagenen Wegezu bestärken. Denn wie sich dieselbe, fremden Einflüssennicht länger unterworfen, allmählich an Macht im Innernerstarken fühlte, so verfolgte sie jetzt nur das eine Ziel, diekönigliche Gewalt zu einer-so unumschränkten zu machen,wie sie selbst bei den, an despotische und autokratischeKegiernngsformen gewöhnten, asiatischen Völkerschaftenkaum noch einmal gefunden wird. Während in Japan diewachsende Macht der einzelnen, fast unabhängigen grossenFürsten und Daimios der Herrschaft der geistlichen undweltlichen Kaiser ein Gegengewicht bot, hatte die coreische

welchen die Franzosen einen wichtigen geschichtlichen Fund gemachtzu haben glaubten. Diese Bücher wurden nach Paris geschickt undder (vormals kaiserlichen) Bibliothek einverleibt, wo sie sich noch be-finden. Sic enthalten indess ebenfalls nichts als die obrigkeitlichenJournale und Berichte des Districts und sind für die allgemeinen ge-schichtlichen Vorgänge Coreas ohne jeden Werth.