Abweisung der coreischen Gesandten auf Nipon. 65
spätere Allianz mit China vergeben und den Augenblickseiner Rache nur bis zur Wiedererstarkung seiner ge-schwächten Kräfte verschoben hatte.
Als nämlich im Jahre 1596 der Kaiser von China eineGesandtschaft nach Nipon sandte, schlössen sich derselbeneorcische Gesandte an. Die erstere, die ein Schreiben desKaisers an den Schiogun überbrachte, wurde wenigstensangenommen; die letztern wurden nicht allein nicht vorge-lassen , sondern wurden, ohne ihre Sendung erfüllen zukönnen, auf eine schimpfliche Weise zurückgewiesen undmussten Japan ohne weiteres sofort verlassen. Der Briefdes chinesischen Kaisers bot dem Schiogun eine neue underwünschte Gelegenheit dar, seinen Zorn an Corea auszu-assen; denn trotz aller Freundschaftsversicherungen, die der-selbe enthielt, erzürnte er den ehrgeizigen Fürsten durch einegesuchte Herablassung und durch die schliessliche Versicher-ung, dass er ihn auch fernerhin in seinem Lehn bestätigenwolle, währendFidejösi überhaupt von einem Lehnsverhältnissnichts wissen wollte. Er sammelte ein Heer von 130000 Mann,mit welchem er 1597 zum zweiten mal in Corea einfiel, unddrang mit solchem Ungestüm vor, dass er alles vor sichniederwarf und die ihm entgegengestellten chinesischenHeere, die vergebens versuchten, seine Scharen aus denfesten Plätzen zu vertreiben, mehrfach gänzlich aufs Hauptschlug, sodass sie sich schliesslich zurückziehen und demSieger Corea überlassen mussten. Jetzt dachte er auchendlich daran, seinen ursprünglichen Eroberungsplan gegenChina ins Werk zu setzen, als ihn, eben in der Ausführungdesselben begriffen, plötzlich der Tod ereilte, der seinerkriegerischen Laufbahn ein Ziel setzte. Ermuthigt durchden Tod Fidejösi's eilten die Chinesen nun dem bedrängtenCorea aufs neue zu Hülfe und es gelang ihnen, die dertüchtigen Leitung ihres tapfern Führers beraubten Japa-nesen zurückzutreiben. Diese, ohne genügende Überleitung,
Oppebt. r.