Druckschrift 
Ein verschlossenes Land
Entstehung
Seite
2
Einzelbild herunterladen
 

2 Erstes Kapitel.

günstige Lage, sein herrliches Klima, seinen ausser Zweifelstehenden Metallreichthum und durch sonstige Productions-fähigkeit auszeichnet, gewiss nicht weniger die allgemeineAufmerksamkeit auf sich gerichtet zu sehen, als irgendeinanderes des asiatischen Erdtheils, zu welchem es gehört.Bei dem stetig zunehmenden Interesse und dem sich vonJahr zu Jahr mehr ausdehnenden Verkehr mit dem öst-lichen Asien hleibt es immerhin eine seltsame Erscheinung,dass Corea, zwischen zwei Reichen wie China und Japangelegen, so gänzlich ohne Beachtung unsererseits gebliebenist, obschon seine Eröffnung nicht allein dazu beitragen würde,dem Welthandel eine neue ergiebige Quelle des Nutzenszu erschliessen, sondern auch der Wissenschaft eine reicheErnte auf einem bisjetzt ganz unbekannten Felde zu bieten.An Grösse und Einwohnerzahl nur winzig im Ver-gleich mit China, und Japan bedeutend nachstehend, über-trifft es in beiden viele europäische Staaten — um so auf-fälliger muss daher die Thatsache erscheinen, dass dasKönigreich Corea bis auf unsere Zeit die von seinen beidenNachbarn früher befolgte Absperrungspolitik nicht alleingegen Europäer aufrecht zu erhalten im Stande gewesenist, sondern was noch merkwürdiger und beinahe unglaub-lich klingt, dieselbe Absonderung auch den beiden mäch-tigen Nachbarvölkern gegenüber während der letzten Jahr-hunderte mit Erfolg durchgeführt hat.

Jahrtausende lang der Schauplatz blutiger Fehden derverschiedenen Stämme untereinander, von welchen die Halb-insel bewohnt wurde, wie der Intriguen und Eroberungs-kriege seiner beutelustigen Nachbarn, hat Corea nach seinerendlichen Vereinigung unter einem Herrscher es erreicht,allerdings nach beträchtlicher Einbnsse an seinem früherausgedehnterm Gebiete, letztere hinter seine jetzigen Grenzenzurückzutreiben, und mit eiserner Conscqucnz ist seit jenenZeiten die Exelusivitätspolitik der coreischen Regierung