664 Die einzelnen Acte der Extraction.
Ellbogen geführt werden. Ernstlich ist davor zu warnen,den Druck oder Zug auf die Mitte des Humerus auszu-üben, weil dieser sehr leicht bricht. Aus dem gleichen Grundemuss auch jede ruckweise Bewegung streng vermieden werden.
Die Lösung der Arme wird erleichtert, wenn der Kindes-körper nach der Inguinalgegend erhoben wird, welcherdie Brustseite des Kindes zugekehrt ist. Aber anfassendarf man das Kind nur an den Füssen und dem Becken,nie am Abdomen.
Ist der eine Arm gelöst, so muss der Thorax mit beidenHänden umfasst werden, um das Kind um seine Längs-axe zu drehen. Da die Armlösung hinten leichter auszuführen ist,soll die vorn befindliche Schulter nach hinten gedreht werden.
Die Daumen der beiden Hände werden an den hinteren Randdes Schulterblattes gelegt. Der Rücken des Kindes muss beider Umdrehung immer nach vorn gerichtet sein. Durch dieFixation des Schulterblattes gewinnt man eine directe Einwirkung aufden Arm.
Ist die Drehung ausgeführt, so geht die andere Handwieder vom Rücken aus an den zweiten Arm und machtdie Lösung genau ebenso, wie die des ersten. Das Kind wirdnach der entgegengesetzten Inguinalgegend emporgeschlagen u. s. w.
In den ganz seltenen Fällen, wo man selbst mit der halben Handnicht bis zu dem Acromion scapulae reichen kann, braucht man zumAnziehen einen stumpfen Haken. Natürlich gelingt es nur dann, dasKind lebend zu extrahiren, wenn der Haken bereit liegt. Wir erinnernuns eines eigenen Falles, wo die Rettung damit erzielt wurde.
Auf die Armlösung folgt:
Die Lösung des Kopfes nach dem sog. Wigand-Martin'schen
Handgriff.
Die Hand, welche den zweiten Arm gelöst hat, wirdauf den Jochbogen der gleichen kindlichen Seite gesetztund mit den Fingern nach hinten und aufwärts gedrückt,um den Kopf mit der Pfeilnaht in den geraden Durch-messer des Beckens zu drehen. Falls der Kopf noch überdem Beckeneingang steht, besonders beim platten Becken,muss er erst mit quergestellter Pfeilnaht in das kleineBecken heruntergezogen werden. Der eine Finger dereingeführten Hand fasst dann in den Mund und zieht denUnterkiefer des Kindes gegen die Brust. Jetzt wird diezweite Hand aussen auf den Fundus uteri gelegt und untergleichzeitigem Druck von oben und drehenden Bewegun-gen des Kopfes mittels der unteren Hand derselbe erstabwärts bis auf den Beckenboden gedrückt und dann unter