Das coxalgiscb schräg verengte Becken. 407
(durch den rechten Schenkelkopf) schräg verengert und in derPfannengegend eingeknickt.
Die rechte Beckenseite kann (unter der obigen VoraussetzungScoliose rechts) dabei so schmal werden, dass sie für den Durchgangdes Kindes ganz ausser Betracht kommt. Das Kind kann sich dannnur über der anderen Beckenhälfte einstellen (extramediane Einstellung,Breisky, Prager Vierteljahrschr. 104. 1869. p. 58). Sitzt jedoch dieScoliose ausschliesslich in der Brustwirbelsäule, so kann tiefer untenin der Lendenwirbelsäule eine Scoliose in entgegengesetzter Richtungmehr oder weniger vollständig compensiren. Dadurch kann auch dieSchrägverengerung abgeschwächt resp. ausgeglichen werden.
Die Diagnose an der Lebenden ist für coxalgisch undscoliotisch schräg verengte Becken ohne Schwierigkeiten,wenn man nur daran denkt, dass bei diesen Hüft- und Skelet-anomalieen schräge Beckenverengerungen vorkommen.
Dem Studium der scoliotisch-schr'äg verengten Becken, wobei die Scoliosemeist auf rhachitischer Grundlage entstanden ist, widmete Leopold eine ausführ-liche Monographie. Die Hauptmerkmale haben wir oben schon kurz angeführt.Da mit der Scoliose stets auch etwas Lordose verbunden ist, haben solche Beckenwie alle anderen rhachitischen zugleich mit der Schrägverengerung eine Verkürzung■der Conjugata vera (zwischen 5 1 l4~8 1 J2 nach Leopold).
Inhaltsübersicht.
Viel leichter zu erkennen sind die durch Coxalgie, d. h. Hüft-gelenksentzündung oder durch Scoliose der Wirbelsäule schräg verengtenBecken, weil diese Krankheiten unverkennbare äussere Merkmale hinter-lassen.
Endlich erwähnen wir noch
die unregelmässig verengten Becken.
Literatur.
Nägele: Das schräg verengte Becken. Heidelb. 1839. p. 110. — ThierryDe partu difficili a mal. conf. pelv. Diss. inaug. Argentorati 1764. — Haber:Diss. inaug. exh. cas. rariss. partus, quo propter exostosin etc. Heidelb. 1830. —Behm: De exostosi pelv. etc. Diss. inaug. Berlin 1854 u. M. f. G. Bd. IV. p. 12. —Marchant: Journ. de med. de Bruxelles. Dec. 1864. Canstatt's Jahresber. 1865.p. 315. — Harris: Amer. Journ. of Obstetr. Bd. IV. p. 633 u. 645. — Fischel:Prager med. Wochenschr. 1880. Nr. 9. — Lenoir: Arch. gen. Juni 1858. p. 5. —Zweif<?l: A. f. G. Bd. XVII. p. 367.
Es handelt sich hiebei um solide knochenharte Ge-schwülste. Einen selbst beobachteten Fall, bei dem der Kaiser-schnitt nothwendig wurde, haben wir im Arch. f. Gyn. Bd. XVII be-schrieben (vergl. die Abhandlung über Kaiserschnitt). Die Geschwulstwar in jenem Fall ein verkalktes Cystenenchondrom, dasvon verirrten embryonalen Keimen des Kreuzbeines ausgewachsen war.