Druckschrift 
Hasenclever's Illustrationen zur Jobsiade
Entstehung
Seite
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20kam also: Ein Pfarrer hatte seinem Küster das fernere Beweidendes Kirchhofs deshalb untersagt, weil an einem Sonntag währendder Predigt ein Ziegenbock in die Kirche gekommen war, undeinen Schneider gestoßen hatte. Der Küster bemerkt hiergegen,da der Schneider geschlafen, so habe der Bock ein gutes Werkverrichtet, wolle man ihm solche Befugniß ferner nicht zugestehen,so möge man die Kirchthüre verschließen. Der Kirchhof sei vonjeher als pars salari betrachtet und vom Küster beweidet, wasauch die uralte Benennung Küsterskamp, welches mit Kirchhofgleichbedeutend, beweise. Die Sache machte Aufsehen, sie kamendlich an das Consistorium und wurde unserm Assessor, wegenseiner ökonomischen Kenntniß zum Referat übertragen; er entschiedsehr weise dahin: der Küster solle die Benutzung nach wie vorvom ganzen Grase haben, aber er müsse es abschneiden und zuHause das Vieh damit füttern.In gegenwärtiger Sache hat er das Amt des Protokoll-führers und als solcher volle Beschäftigung. Während dieser gehtunseres Canditaten Antwort spurlos an ihm vorüber, er hat siegar nicht gehört, denn die Fragen und Antworten gehören durchausnicht in das Protokoll, sie sind nichts als Schüler=Tändeleien.Ein Examinationsprotokoll hat sich mit wichtigern Sachen zubeschäftigen, absonderlich mit einer genauen Bezeichnung der anwesen-den Examinatoren nach Titel und Würden unter strenger Beobach-tung der Rangordnung, nur nebenbei gehört auch ein kurzes Gutachtenüber die Befähigung des Examinanden hinein. So hat dennunser Assessor ungefähr so geschrieben: Gestalten es wichtig undunerläßlich, daß jeder, der als Prediger zu seiner Gemeinde sprechenwill, vorher gehörig geprüft worden sei, ob er auch eine Gemein-schaft unserer Kirche glaube und sich zu den symbolischen Büchernbekenne, so haben Ihre Hochwürden der Herr Hr. Inspector N. N.der Gottesgelahrtheit rechtmäßiger Dr. etc. im Beisein der WürdenEhrwürden, Wohlehrwürden und Hochwohlehrwürden der HerrnN. N. und N. N. und meiner Wenigkeit. Bis zu seiner Wenigkeitist er gekommen, wir wollen ihn dabei lassen, und uns zu demneben ihm sitzenden Collegen wenden. Dieser ist ein Satyrikerund dabei im Wissen sattelfest. Sein ausdrucksvolles edles Ge-sicht, sein fein geschnittener Mund und sein scharfes Kinn, ver-rathen ihn hinreichend. Er ist noch zu jung um in der erstenReihe der Veteranen Platz zu finden, aber sein Genie ist dortschon längst heimisch und wohl gar gebietend. Die JobsscheAntwort erinnert ihn an die Klage der letzten Conferenz, daßman so spät im Alter erst zu einer genügenden Pfründe gelangeund bis dahin so manchen Genuß, der sonst im engern Zirkelerlaubt sei, entbehren müsse. Er hat sich zu seinem Nachbarnrechts hingewendet, und flüſtert ihm zu.Nun Herr College, bei