Druckschrift 
Sprachliche Untersuchungen zu Christian Wierstraats Chronik der Stadt Neuss : ein Beitrag zur Sprachgeschichte des Mittelfränkischen im XV. Jahrhundert
Entstehung
Seite
60
Einzelbild herunterladen
 

60

gewachsen war, im Laufe des XV. Jahrh. aber fast ganzverschwand, wnsste es sich auf dem nd. Sprachgebiete seineLebensfähigkeit länger zu erhalten. Abgesehen von den spär-lichen Beispielen, die Lübben im nd. Wb. beibringt, fahreich an aus dem Lübecker Todtentanze (an der Scheide dosXV. und XVI. Jahrh.) Zeile 15 enacht, 69 enheft, 1-90 enwil,235 enkan, 249 enmach, 278 onis, 309 endöt u. s. w.

Aus Reineke de Vos (ungefähr zur selben Zeit entstan-den) 23 endorste, 59 enkonde, 82 enis 102 enheft u. s. w.

Aus einem nd. Liede (nach 1519) Lilioncron III

208 ick enlege des nicht.

Aus einem Liede vom Jahre 1520, Lilieucron III

509 enhelpet.

Ans dem Soester Daniel (1531):

Düsseldorfer Octavdruck 107 - enis.

,, ,, 140 4 enkonde.

,, 147 (! ondreven.

Im Laufe des XVI. Jahrb. wurde es seltener, aber dasses nicht ganz ausgestorben ist, bezeugen noch jetzt nd. Mund-arten, in denen es noch hier und da erhalten ist, so z. B.bei Woeste, Westph. Wb. S. 66 enget, endacht, S. 186enwust.

Am längsten hat sich das en im Niederländ. behauptet.Im XV. Jahrh. kommt es noch sehr oft vor, so z. B. in denvon Iloffmann hrsg. Liedern hör. belg. X S. 29 ensonden,30 ,-, enconde, 31 13 enwert, 43 ^ enschonde, 44 ^ enwouden,17 i enwilt, 44 5 euquetzet u. s. f.

Aus Lantsloot van Denemerken ende; die scone Sandrijubor. belg. V Zeile 9 enkan, 28 emvort, 35 enmach, 41 onbon,59 ensaecht (von sehen), 71 enwil u. s. w. auf jeder Seitemehrere Male.

Auch im XVI. Jahrh. ist es keine seltene Erscheinung.Aus der ndl. Uebersetzung des Narrenschiffes (in ZarnckosAusg. S. 240): ick entwiffell niet, enstrafft, enis, eiikomen,enwoygert, enverstont, en heb, en sal etc.

Aus einem Liede vom Jahre 1542, bei Liliener. IV,S. 203, Zeile 2 ensalt, 5 encoemt, (i emverd, 7 enis, 8 ensul-Jen, 9 enkan.