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Sprachliche Untersuchungen zu Christian Wierstraats Chronik der Stadt Neuss : ein Beitrag zur Sprachgeschichte des Mittelfränkischen im XV. Jahrhundert
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solchen Wörtern festsetzt, diu ihn im Gemeindeutschen nichtzulassen: geleuven 2433 (mhd. gelouben, Luther gleuben), heufffc-mann 3115 (mhd. houbetman), daneben kommt vor geloeff ich 1225(geleuff ich 1151), hoeffter 2774; jedenfalls müssen sich also oeund eu in diesen Worten in der Aussprache sehr nahe ge-stände]] haben, da sich sonst ein Schwanken in der Schreibungnicht erklären liesse. Schon oben S. 22 wurde bemerkt, dassvor ]/, , lt, ld sich ein dem gemeindeutschen 011 nähernderLaut entwickelt habe. Dieses ou wird nun in derselben Weiseumgelautet, wie das echte, also heultzer j tn , tzeuldener 033,steultzlich 019.

Mhd. uo. Der alte ö-Laut, der im Oberdeutschen zu uosich zerdehnte, ist in der Chronik, wenn auch nicht mehrin ganzer Reinheit, in der Kegel erhalten. Belege dafür, sinddie Bindungen moyt: groyt: geloyt 8 <>; goyt: geboyta«; voyt:groit 452; bloyt: groyt 1070 u. s. w. Sodann erscheint der VocaJgekürzt in gund: stund 7«, unden: stunden 2117, stunden: um-wunden 1703. Weil iu zu, u wurde, so konnte auch i'rundcn(= munden) auf stunden reimen i 82 ß. Ein ganz reiner 6-Lautist jedoch der dem mhd. uo entsprechende nicht, etwas neigteer nach u hin, wie auch noch die heutige Aussprache bezeugt;ähnlich verhält es sich im Ndländ., wo in der alten Zeit dashchd. uo einem nach u sich neigenden 0 entsprach; im Nndl.wurde es vollständig zu ü. Für die Annahme eines Zwischen-lautes von 6 und ü spricht ferner der Keim suchte: duclite 1,52,wobei man nicht annehmen kann, dass duckte wie dochteausgesprochen sei, heutigen Tages ist es wenigstens ein deut-liches u. Noch ein Moment tritt hinzu, das zwar nicht schworin die Wagschale fällt, aber doch vielleicht einige Beachtungverdient, nämlich die häufige Schreibung gueder, guder, nebengoydt. ei statt des gemeindeutschen uo hat das Präsens desVerbunis thun, hieraus erklärt sich die Reimbindung neder-geleit: bedeit. Beispiele für das Vorkommen dieser Formauch in anderen Gegenden bringt Weinhold, mhd. Gr. § 345.Die natürliche Folge davon, dass uns kein uo vorliegt, istdas Fehlen des Umlautes üe, daher proeven (= prüeven):.'Ievoii3io6 (oben), hogemoyt (= hogemüete): bloyt 01» (bluot).

Bevor wir zur Darstellung des Consonantismus übergehen,