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Das Gesang- und Künstlerfest zu Düsseldorf : vollständige Festbeschreibung nebst erklärendem Texte zum Künstlerfeste
Entstehung
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Den Sehluss des Concertes bildete der von demMalkasten" improvisirteConcurs der komischen Lieder, wozu sich unterdessen angemeldet hatten: DiePolyhymnia von Cöln, die Liedertafel von Essen, der Männer - Gesang - Verein vonNeuss, der Gesang-Verein Harmonie von Dültgensthal, der Gesang-Verein Concordlazu Dortmund, die Liedertafel zu Dülken, der Männer-Gesang-Verein zu Wupper-hofen und der Männer-Gesang-Verein Apollo zu Kaiserswerth. Die komischen Vor-träge dieser einzelnen Vereine erregten die Lachlust und gaben dem Feste denheitersten Sehluss. Der Preis wurde von dennicht musikalischen" Preisrichtern demMänner-Gesang-Verein in Neuss zuerkannt.

Nachdem nun die letzten Töne im Saale verklungen waren, bildete sich imGarten der Festzug, der die Gesellschaft durch den erleuchteten Hofgarten an dasBassin des Ananasberges führen sollte, wp ihrer eine neue und wahrhaft grossartigeUeberraschung harrte. Die Ufer des Bassins, die goldene Brücke im Hofgarten, derAnanasberg mit der ganzen Umgebung waren durch Tausende von farbigen Lampenumgeben, die sich im Wasser abspiegelten und so das reizendste Schauspiel darboten.Raketen und bengalische Feuergarben begrüssten den im Dunkel der Nacht heran-nahenden Festzug und beleuchteten die Bäume des Parkes, die Bosquets und Rasenmit einem rosigen, magisch wirkenden Lichte. Man glaubte sich in den Zauber-garten der Armida versetzt und alle lieben Kindermärchen, die oft des KnabenSchlaf verscheuchten, plauderten der horchenden Seele wieder von ihren Wundern,dass ihr Alles wie ein feenhaftes Walten erschien. Dazwischen die sich donnerartigentladenden Kanonenschläge, die durch die Nacht weithin schallende Musik, die wal-lenden Banner, der tausendfache Jubel, der, sein Echo fordernd, über die still auf-horchenden Wogen dahinrauschte, und über uns der azurblaue Himmel mit seinenMillionen Sternen, Das Verdienst dieses überaus herrlichen Genusses gebührt denHerren M. Deutz, Feuerwerker aus Cöln, und Herrn C, Batz, Apotheker zu Düsseldorf.Mit voller Befriedigung verliessen die Zuschauer erst spät den Schauplatz undkehrten zur Stadt zurück, in der nun die Lieder erschallten und noch spät in dieNacht ertönten zur Ehre der Kunststadt an der Dussel!

War an den vorhergehenden Tagen dem Männergesange und vor Allem demdeutschen Lied die gebührende Ehre widerfahren, so forderte am dritten Tage dieedle Musica ihr Recht, In Berücksichtigung dieser woblbegründeten Forderung hattedaher das Comite für diesen Tag ein grosses Vocal- und lnstrumental-Concert in derTonhalle angeordnet, und zwar so, dass die Gesangvereine in demselben mitwirkenkonnten, indem die zur Aufführung gewählten allgemeinen Chöre so recht geeignetwaren, von der grossartigen Wirkung Zeugniss zu geben, welche der Männergesangin einer solchen Massenhaftigkeit, wie sie hier zu Gebote stand, hervorzurufen imStande ist. Nach der feierlichen Ouvertüre von Beethoven erhielt die Tonfeier dieWeihe durch eine an den heutigen Tag, den 3. Aug., anknüpfende, den Manen deshochseligen Königs Friedrich Wilhelm HI. dargebrachte Erinnerung, der in folgendenStrophen Ausdruck gegeben wurde:

Eine Blume, eine stille Zähre Was die Krone, die Er trug, errungen;

Sinke leise in den Freudensee, Fest bewahret ist's in Freud und Leid,

"Weil ein Klang aus ferngerückter Sphäre Und sein Schwert für's Vaterland geschwungen,

Unser Herz ergreift mit altem Weh, Leuchtet mächtig durch die ernste Zeit,

Denn den König, den gerechten, starken, Mögen Schwert und Krone ewig leuchten,Den an diesem Tag' der Himmel gab, Auf dem Grabe ewig Blumen blühn!

Jenen treuen Wächter deutscher Marken, Thränen werden uns're Wangen feuchten,Deckt der Marmor, birgt das kalte Grab. Bis der Augen Sterne einst verglühn!

An diese Worte schloss sich recht passend der schöne Psalm von Schnabel.

Es ist weder hier am Orte, noch unserer Beruf, die aufgeführten Tonwerkeeiner speciellen Beurtheilung zu unterwerfen; es möge hier nur die einfache Bemer-kung stehn, dass das Concert dem Charakter des ganzen Festes entsprach, und dievollendete Ausführung der einzelnen Theile in jeder Beziehung den besten Leistungen