der vergangenen Tage an die Seite gesetzt werden können. Wie war auch ein an-deres Resultat, als ein höchst befriedigendes denkbar, wo Künstler wie Schumannund Fischer an der Spitze stehen, wo die gefeierten Namen Clara Schumann, MarieWieck, Sophie Schloss und Math. Hartmann durch ihre Vorträge zur höchsten Begei-sterung hinrissen, die sich denn auch bei dem jedesmaligen Auftreten der gefeiertenKünstler durch Beifallsbezeigungen aller Art kund gab.
Kaum waren die letzten Töne verklungen, als der feierliche Akt begann, aufden seit drei Tagen alle Erwartungen gerichtet waren, der die mitwirkenden Gästesowohl, wie die hörenden in Aufregung und Spannung erhalten hatte. Die Banner-träger erschienen mit ihren zahlreichen Bannern und Fahnen auf der Tribüne undbildeten einen Halbkreis um die Preisrichter, die in der Mitte vor den aufgestelltenfunkelnden Ehrenpreisen Platz genommen hatten. Unter der gespanntesten Auf-merksamkeit bestieg der Bürgermeister der Stadt Düsseldorf, Herr Hammers, dieTribüne, um die Entscheidung der Preisrichter der harrenden Menge zu verkünden,Darnach war zuerkannt worden:
in der III. Klasse der erste Preis dem Gesangverein von Lobberich, derzweite dem Mannergesangverein Apollo zu Kaiserswerthund der dritte der Liedertafel zu Dülken und hatten diePreisrichter ausserdem den „Liederkranz" zu Bergisch-Gladbach einer ehrenden Anerkennung für würdig erachtet;
in der II. Klasse erhielt den ersten Preis der Männergesangverein zu Neuss,den zweiten die Liedertafel zu M,-Gladbach und eine Be-lobung die Liedertafel zu Essen und
in der I. Klasse den ersten Preis, den von der Stadt Düsseldorf ausgesetztenEhrenpreis, der Männergesangverein „Concordia" zu Bonn,den zweiten der Mannergesangverein „Polyhymnia" zuCöln und eine Belobimg der Gesangverein „Orpheus"zu Elberfeld.
Die Verkündigung dieser Entscheidung begleitete der begeisterte Jubelruf desdie ganze Halle füllenden Auditoriums, der sein hundertfältiges Echo bei der imGarten versammelten Menge fand; die Fahnen neigten sich und Pauken und Trom-peten wirbelten hinein in das Hoch, mit-dem der Hr. Bürgermeister die wohlverdien-ten Trophäen den gekrönten Sängern, feierlichst überreichte.
Kaum hatte sich der Jubel etwas gelegt, als der Präsident der Bonner Con-cordia das Wort ergriff und der „gastlichen Stadt Düsseldorf" ein dreimaliges Hochbrachte, in welches sämmtliche Festgäste enthusiastisch einstimmten. Die Angehö-rigen der gekrönten Vereine schaarten sich nun unter ihre Banner und zogen unterSang und Klang ihren Standquartieren in der Stadt zu, um den errungenen Pokalendie festliche Weihe zu geben, ,
Im Rittersaale hatte unterdessen ein reges Leben Platz gegriffen; um den altenReichardt, den Componisten des Arndt'schen Vaterlandsliedes hatten sich die jungemSänger geschaart und unter seiner Leitung dem deutschen Liede und dem deutschenWeine gehuldigt, nachdem schon am Nachmittag dieselbe Schaar der Einladung desMalkastens gefolgt war und in dessen Lokale dem edlen Gerstensaft die gebührendeEhre erwiesen hatte.
Ein Festball schloss den schönen Tag, mit dem das eigentliche Sängerfest seinEnde erreicht hat. Die weiteste Ferne wird Kunde bekommen von der herrlichenFeier, da selbst von den äussersten Grenzen des deutschen Vaterlandes, aus deröstreichischen Hauptstadt Wien, ein Abgesandter des dortigen grössten Männergesang-vereins gekommen war, der auf einem kunstvoll lithographirten Blatte einen herzlichen