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„ — Der Kuf ist laut erschollen
Vom blauen Rhein bis an das tiefe Meer,
Und wo um Alpenhäupter Donner rollen
Da schwoll ein mächtig brausend Echo her. —
Zum Kampfe rüsten sich die deutschen Gauen,
Gewappnet strömt das Schwesterland herbei,
Und allumall so weit die Blicke schauen,
Die Banner hoch und donnernd Feldgeschrei!"
0er glänzende Erfolg, der den von dem städtischen Männergesang-Verein anden Tagen des 19, u. 20. Mai 1850 in unserer freundlichen Künstlerstadt veranstaltetenersten Gesang - Wettstreit gekrönt hatte, musste den verdienstvollen Leitern jenessinnigen Festes als eine mächtige Aufforderung erscheinen, die einmal angeregten undglücklich ins Leben getretenen Ideen des Gesang-Wettkampfs, die sich als einmächtiger Hebel zur Förderung des deutschen Männergesanges bewähren, nicht auf-zugeben, sondern stets einer grösseren Ausbildung entgegen zu führen. Dieser Auf-forderung folgend hat der städtische Männergesangverein den jetzigen Augenblick,in welchem der Gewerbefleiss der beiden Provinzen Rheinland und Westphalen dieProben seiner Thätigkeit in unserer Stadt ausgestellt hat, als den passendsten erachtend,seinen Aufruf zu einem neuen Gesang-Wettstreit erlassen und mit demselben gleich-zeitig einen Compositionskampf vereinigt, in welchem denjenigen Componisten, welchedie besten deutschen Lieder liefern, ansehnliche Preise zuerkannt werden. Gleichzeitighatten unsere Künstler ihre Betheiligung, so wie ihre thätige Mitwirkung bei demFeste zugesagt.
Die ergangenen Aufforderungen fanden allerseits den erwarteten Anklang unddie freundlichste Aufnahme; die Anmeldungen zur Theilnahme liefen aus den Nach-barstädten sowohl wie aus allen Gauen des weiten Vaterlandes zahlreich ein, diestädtische Behörde unterstützte das Unternehmen, setzte einen Ehrenpreis aus undbald war das Zustandekommen des Festes gesichert. Se. Königl. Hoheit der PrinzFriedrich von Preussen, der erhabene Protector des Männergesangvereins, wurdevon dem Plane in Kenntniss gesetzt nnd zum Feste eingeladen. Leider musste derverehrte Prinz-Protector die Einladung ablehnen, da eine Badereise ihn an der Theil-nahme verhinderte; er sandte aber seine besten Wünsche für das Gedeihen des Festesin einem huldvollen Schreiben. Ebenso hatte der Vorstand des Vereins die Ehregehabt, Sr. Majestät dem Könige bei Höehstdessen Anwesenheit auf Schloss Benrathdas Programm des Festes zu überreichen und hatten Se. Majestät Ihre allerhöchsteZufriedenheit mit den projeetirten Festlichkeiten unter Anerkennung der Zweckmässig-keit des Unternehmens auszusprechen geruht. Ihre Köngl. Hoheiten der Prinz unddie Prinzessin von Preussen, die für unsern Männergesang-Verein bereits früher einehuldvolle Theilnahme an den Tag gelegt hatten, waren gleichfalls gebeten worden,das Fest durch Höchstihre Gegenwart zu verherrlichen, konnten dieser Bitte aberwegen Abwesenheit aus der Provinz leider nicht entsprechen. Dagegen wurden diean Se. Hoheit den Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen und an die Behörden derStadt und Provinz ergangenen Einladungen freundlichst angenommen.
Auch der projeefirte Compositionskampf fand einen solchen Anklang, dass beidem Fest-Comite" innerhalb der angesetzten Frist an 200 Compositionen eingelaufensind, die dem Gönnte* der ernannten Preisrichter — Dr. Rob. Schumann hier,Ferd. Hiller zu Paris, L. Spohr zu Cassel, Director Julius Tausch und DirigentW. Knappe hier — zur Beurtheilung resp, zur Zuerkennung des Preises übergebenwurden.