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Das Gesang- und Künstlerfest zu Düsseldorf : vollständige Festbeschreibung nebst erklärendem Texte zum Künstlerfeste
Entstehung
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Ausstellungen inAugenscliein zu nehmen, die Sänger indess zur Probe für den Abendsich in die verschiedenen Gartenlokale zurückzogen, die ihnen von den betreffendenGesellschaften auf das Bereitwilligste eingeräumt waren. Gegen 3 Uhr versammelteman sich wieder auf dem Ananasberg, um von da aus im festlichen Zuge die Ton-halle zu beziehen, in der heute der Gesang-Wettsreit fortgesezt und beendigt werdensollte.

Nachdem Se. Hoheit der Fürst von Hohenzollern-Sigmaringen, von dem HerrnBürgermeister Hammers und andern Mitgliedern desFest-Comite's empfangen, unter drei-maligem Pauken- und Trompetengruss seinen Sitz eingenommen hatte, machte derPräsident der KünstlergesellschaftMalkasten", Andreas Achenbach, von der Tribüneherab die freudig überraschende Mittheilung, dass jener Verein beschlossen habe,zur Verherrlichung des Festes durch Aussetzung eines Preises mitzuwirken, der den-jenigen Sängern zuerkannt werden sollte, die, ex tempore, ohne Vorbereitung undohne Noten das beste humoristische Lied vortrügen. Der Preis solle in einem Ge-mälde bestehen, das von verschiedenen Künstlern geschaffen und sich dem Inhaltedes gekrönten Liedes anschliessen solle; die Zuerkennung des Preises werde durcheine Commission geschehen, die nur aus solchen Personen zu bestehen habe, denenjede Kenntniss von Musik abgehe, und welche nur nach dem unmittelbaren Eindruckeurtheilen werde; dieselbe sei aus folgenden Künstlern zusammengesetzt: A. Achen-bach, Conrad, Hasenclever, Hübner, Leutze, Röting und Knaus. Die Anmeldungenzum Concurse hätten sofort bei dem Comite zu geschehen. Diese Mittheilung fanddie freundlichste Aufnahme und setzte die Versammlung von vornherein in die hei-terste Stimmug.

Es begann nun der "Wettstreit der Städte zweiter Klasse, d. h. solcher die we-nigstens 3000 Einwohner haben. Es waren die Städte Essen, Viersen, M. Gladbach,Dortmund und Neuss.

Nach einer halbstündigen Pause folgten die Städte erster Klasse, die von wenig-stens 10,000 Einwohnern, Den Reigen eröffnete dieConcordia" von Bonn, unterLeitung des Herrn v. Wasielewsky, die bei ihrem Auftreten lebhaft begrüsst wurde;dann folgte der Gesangverein Orpheus von Elberfeld, an den sich dann der Bürger-und Handwerker-Verein von Cöln unter Leitung seines Dirigenten, Herrn Herx, schloss.Dieser Verein trug zum ersten Male in Deutschland das von seinem Dirigenten ge-dichtete und componirte PreisliedHoch den deutschen Jungfrauen und Frauen'' vor,welches jüngst in New-York den ersten Preis erhalten hatte. Ein Gruss an die Be-sucher des Düsseldorfer Sängerfestes von demselben Verfasser folgte. Den Schlussdes Wettkampfes bildete der Männer-Gesang-Verein Polyhymnia" von Cöln.

Nachdem hiermit eine Hauptabtheilung des Festes geschlossen war, traten dieBannerträger der verschiedenen Vereine auf der Tribüne zusammen und schlösseneinen Halbkreis um den Herrn Bürgermeister Hammers, der nun, umgeben von denComite'mitgliedern, zu dem feierlichen Akte der Proclamation der Sieger in dem vondem hiesigen Männergesang-Verein ausgeschriebenen Compositionskampfe für das bestedeutsche Lied schritt. Der ausgesetzten Preise waren drei und war für das ersteLied 10, für das 2. 8 und für das 3. Lied 5 Friedrichsd'or ausgesetzt. Das Richter-amt hatten übernommen: die Herren Dr. Robert Schumann von hier, Ferd. Hillervon Paris, L, Spohr aus Cassel, Julius Tausch und W. Knappe von hier. Von denaus allen Theilen Deutschlands eingegangenen Bewerbungen, 198 an der Zahl, wardurch Stimmenmehrheit der erste Preis dem LiedeIm Weinhaus" von Herrn. Bönicke,Organisten in Quedlinburg, zuerkannt worden; den zweiten erhielt das Lied:Lebewohl" von Dr. Immanuel Fat'st, Direktor des Vereins für klassische Kirchenmusikund des Liederkranzes in Stuttgart und der dritte fiel auf das LiedDer Käfer unddie Blume" von W. H. Veit in Prag. Der Proclaniirung eines jeden der gekröntenNamen folgte unter dem Schwenken der Fahnen und rauschendem Orchestertusch eindreimaliges Hoch, in das die überaus zahlreiche Versammlung in der Halle und imGarten jubelnd einstimmte.