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Das Gesang- und Künstlerfest zu Düsseldorf : vollständige Festbeschreibung nebst erklärendem Texte zum Künstlerfeste
Entstehung
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und Zweck dem ersten Kreuzzuge gleich, nicht in den Resultaten. Die desletzteren waren hoffnungslose; jene, für welche wir leben, weben und wirken,sind für jenes Ziel höchst glückliche zu nennen.

Der Wettkampf um dieses Ziel hat seinen Heerd in Lothringen; dieQuelle der Liedertafeln ist Berlin. Dort rief in sehr trüber Zeit 1809der grosse Zelter die erste Liedertafel in's Leben. Von Berlin ergoss sichdie Quelle des Gesanges nach Westphalen, den Eheinlanden und Lpthringen,und wuchs an zu einem gewaltigen Strome. Lothringen ist also der Punkt,wo dieser Strom seine Wendung gewonnen.

Aus seiner Quelle genährt, von Wetteifer getragen, vereinigte sich imometenjahr 1819 Ludwig Berger mit Bernhard Klein, Rellstab und mir, zurGründung einer 2. Berliner Liedertafel, und es wurde eine Aufgabe meinesLebens, den Boden des schönen Reiches mit zu befruchten und zu cultiviren.Der Strom der Begeisterung, der aus jener Quelle geflossen, hat mich jetzthiehergetragen, wo ich diese majestätische Rückströmung anschaue, wo mirdie ganze Frische des Ursprungs in so grossartiger Entwickelung entgegen-kommt. Welch' eine Freude! Welche seltene Erhebung!

Im Drange meiner Freude bringe ich den Lenkern des gewaltigenStromes, den Veranstaltern unseres Festes, den Dank der gesammten lieder-tafelnden Welt.

Das Glas in die Höh!Ein Hoch dem Co mite"!

Dem herrlichen Trinkspruch aus dem Munde des Mannes, der das bekann-teste patriotische deutsche Lied componirt, lohnte die begeisterte Absingung seines,,Deutschen Vaterland" von dem ganzen Chore der Gesellschaft. Nun rief HerrHölterheff die Sangesbrüder auf zu einem Hoch auf den ebenfalls anwesenden Lieder-Componisten ,, Vater Zöllner" aus Dresden, indem er die Worte seiner schönenDithyrambeWer ist unser Mann" auf den liebenswürdigen Liedervater anwandte.In ehrenvoller Anerkennung des anwesenden Dichters und des Componisten sangdarauf die Bonner ConcordiaWie könnt' ich Dein vergessen, Dein denk' ich alleZeit, Mein Vaterland etc.*' und die Reden flössen aufs Neue, den Vereinen, der Kunstund dem Gesang erscholl noch mancher laute Trinkspruch aus begeistertem Munde.So blieb die Gesellschaft in heiterster Stimmung bis fast an dem Morgen zu-sammen, während in den Strassen die Menge auf- und abwogte und sich der prächtigenBeleuchtung erfreute. Besonders ausgezeichnet war der Marktplatz und das durchSonnen von Gaslicht im strahlendsten Brillantfeuer prangende Erzbild des alten Kur-fürsten.

Mit dem allmäligen Erlöschen der Lichter t schloss ein schöner Tag, wie er imVolksleben nur selten vorzukommen pflegt. Nicht die kleinste Unordnung störte dieschöne Stimmung, die bei Allen vorherrschend war. Gross und geistig erhebend,wie die Veranlassung dieses Festes, musste bei einer so geschickten und von allenSeiten kräftigst unterstützten Leitung auch die Wirkung sein.

Der Morgen des zweiten Festtages, Montag den 2. August, vereinigte dieSänger, Gäste, Einheimische wie Fremde in der schönsten Parthie unseres Hofgartens,auf dem Ananasberge und seinen reizenden Umgebungen zum Frühstück, das vondem freundlichsten Himmel begleitet war. Die Gesellschaft begab sich nach demunter den Klängen einer rauschenden Musik eingenommenen Frühstück in die Stadt,um die verschiedenen Sehenswürdigkeiten und besonders die Kunst - und Gewerbe-