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Hundert Jahre deutscher Kurzschrift : ein Vortr. über d. Entwicklung der Stenographie in Deutschland seit 1796
Entstehung
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Systeme, namentlich gegen die neuerstandene Schrift Stolzes, gesperrt. AlsPrüfling meldete sich freilich bis zu Gabelsbergers Tode nur der Benediktiner-priester Gratzmtllle r.

Immerhin aber war dies die Grundlage, auf der im dritten Zeiträume,und zwar 1854 infolge eignen Eingreifens des Königs Maximilian, der derGabelsber» ersehen Stenographie stets das gröfsto Wohlwollen entgegengebrachthatte, die Einführung derselben in die Mittelschulen Baierns erfolgte. Gegen-wärtig wird sie hier bekanntlich an allen Gymnasien und anderen höherenSchulen wahlfrei gelehrt; die Lehrer erhalten !)()108 Alk. für das Jahr unddie Wochenstunde aus öffentlichen Mitteln. Ebenso glücklich war Gönn inÖsterreich. Hatte Heger die Kammerschrift in Osterreich eingeführt, sotrug sie Conn in die Schreibstuben der Wiener Rechtsanwälte und Zeitungs-leiter, in die Handels- und Militärkreise. Seinen Bemühungen ist es auchzuzuschreiben, dafs die österreichische Regierung 1860 nur geprüften Lehrernden Unterricht in der Stenographie gestattete, und nur den Unterricht nachGabelsbergors Schrift in ihren Lehranstalten zuliefs, womit aber an Hoch-schulen und technischen Lehranstalten der Unterricht auch in anderen Systemennicht ausgeschlossen sein sollte. 1870 wurde dann Gabelsbergers Schrift anden Mittelschulen des Staates als wahlfreier Lehrgegenstand, und an denMilitär-Bildungsanstalten, anfangs sogar als Pflichtiger, seit 1888 aber, um eineÜberbürdung der Schüler zu vermeiden, also wegen der Schwierigkeit dieserSchrift, nur als wahlfreier Lehrgegonstand eingeführt.

Wir haben jetzt die Schwelle der Neuzeit erreicht, und man sollteglauben, dafs die Billführung der Stenographie in die Schulen der noch übrigenStaaten in schnellerem Schritte vor sich gegangen wäre. Es glückte aberlediglich in Sachsen dem Dresdener stenographischen Institute, dafs Gabels-bergers Schrift noch kurz vor Thoresschlufs in die Schulen Sachsens ein-geführt wurde. Zwar wurde hier schon vielfach Unterricht in der Steno-graphie orteilt. So war sie schon 1847 in den Lehrplan der Sonntagsschulodes Handwerkervereins zu Chemnitz aufgenommen und wurde 1849 durchAlbrecht an dem Gesamtgymnasium zu Leipzig gelehrt; es war dies der ersteobligatorische Stenographieunterricht in Deutschland! Zugleich besafs Sachsenin dem stenographischen Institut, eine Anstalt, der in erster Linie zwar dieAufnahme der Landtags-Verhandlungen, dann aber auch die Ausbildung neuerKammerstenographen und damit dio Sorgo für den Unterricht und die Ver-breitung der Kurzschrift oblag; aber zur Einführung in dio sächsischen Schulenhatte das Institut dio Regierung noch nicht veranlassen können, trotzdem anseiner Spitze ein einflufsreicher Rat aus dem Ministerium des Innern, derjetzige Geheimrat Häpe, stand, und trotzdem das Institut nicht unterliefe,fortwährend auf Haiern und Osterreich hinzuweisen, denen Sachsen mit seinem