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gestiegen. Als innere Triebfedern aber reizten die Fehde zwischen Gabels-bergor und Stolze und das sieb seit 1849 entwickelnde stenographische Zeitungs-wesen die Vereine zu einer immer grüfsoren Wucht ihrer Thiitigkoit. Da sodie Stenographenvereine den Ausgangspunkt für die Verbreitung der Kurz-schrift in diesem Zeitraum bilden, kann man denselben passend den derVereinsstonographie nennen.' Dieser erwachte und immer mehr genährteHeifshunger nach einer Kurzschrift übte auch auf die innere Entwickclungderselben einen Einflufs aus. Wie diese Zeit nur möglich war während desBestehens der genauen Systeme, so förderte sio andererseits wieder derenEntfaltung und führte schliefslich zu den einfachen Schriften. Denn seitder Wiedererrichtung des deutschen Reiches schlagen hier alle Pulse lebendiger:immer weitere Kreise ergreift das Bedürfnis nach Wissen, das Bedürfnis nachLesen und Schreiben. Die Ziffer der Vereine und ihrer Mitglieder, die Zifferder stenographischen Zeitschriften steigt ins Unermofslicho, vordem nie Geahnte,und die Zahl der jährlich Unterrichteten wächst von einer 10 000 in eine höhere.So führt die Zählung des Jahres 1895 in Preufsen an 30 000 Vereinsmitgliederund ebensoviel Unterrichtete, in Deutschland 54 000 Vereinsmitglieder undüber (lö 000 neue Schüler auf. In der Rechtspflege, im Handel, in der Prosse,kurz allüberall erobert sieh die Kurzschrift ein immer weiteres Feld, ja dringtbis in die Kreise der Arbeiter und Handwerker. Tst die Stenographie von1844—1870 fast nur unter den höher Gebildeten wirklich heimisch gewesen,während sie den minder fielehrten mehr ein Gegenstand anstaunender Verehrungwar, so wird sie jetzt eine in immer weiterem Umfange verwendete Geschäfts-und Vei'kehrsschrift, sodafs wir als das Kennzeichen der Zeit von 1870 bis zurGegenwart wohl die Anbahnung einer Verallgemeinerung der Kurz-schrift nennen können. Durch dies Bedürfnis sind ja die einfachon Systeme,die wir in der Neuzeit der deutschen Kurzschrift kennen lernten, die Ver-einfachte Stolzesche, dio Gabelsbergersche im Solinger Gewände bis zur „Ver-einfachten" schlechthin hervorgerufen worden, und haben andererseits dieseso weite Verbreitung der Kurzschrift auch wieder getragen und ermöglicht.Zweifellos würde dio Kenntnis und Anwendung- der Stenographie eine nochweit gröi'sero Ausdehnung erfahren haben, würden jene Zahlen sich um dasdoppelte und mehrfache erhöhen, hingen nicht den verbreitetsten und bekannte-sten Systemen von Gabelsbergor und Stolze noch schwere Eisengewichte ausihren früheren Zeiten an, die ihnen auch ganz niemals genommen werdenkönnen, fänden dio neueren und einfacheren Schriften nicht an den Vorurteilender Menge, an der süfsen Gewohnheit der Kammerstenographen in Berlin,Dresden, München und Wien, an den Vorrechten der Gabelsborgerschen Schriftin Süddeutschland, der Stolzeschen in Preufsen schwer zu überwindende Hinder-nisse für eine schnelle und segenbringende Verbreitung.