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zuerst 1811) die Verhandlungen der zweiten bairisehen Kammer auf undzwar mit seiner damals noch rocht unbeholfenen Schrift nur auszugsweise,ebenso wie dies der „Geschwindschreiber" der ersten Kammer, ein .Studentder Medizin, Namens Johann Friedlich Müller that, der sich der ge-wöhnlichen Schrift bediente. Doch Gabelsborger wuchs mit seiner Aufgabe,und bald war seine Schrift im stände, dem Fluge der Kode zu folgen, undeine wackere Schar von Kammerstenographen ward von ihm ausgebildet, die1831 und 1848 ohne weiteres die Stenographensitze in den Landtagen zuDresden und Wien einnahmen. Beinahe hätten sie auch die von Berlin er-obert, da hier die ersten Leistungen Stolzes nicht befriedigten, und stattseiner Wigard aus Dresden berufen wurde. Aber noch bei den Parlamentendes Jahres 1848 arbeiteten Anhänger Horstigs neben denen Gabclsbergersund Stolzes. Dafs diese parlamentarische Wirksamkeit der Stenographie siehimmer mehr ausdehnte und heute fast kein Landtag unseres deutschon Reiches'mehr der GosehWindschreiber entbehrt, ist Ihnen genügend bekannt. Es seihier nur noch darauf hingewiesen, dafs die ansschliefsliche parlamentarischeVorwendung einer Schrift derselben auch ein Übergewicht über die anderenSysteme verschaffte, die Verbreitung jener mächtig gehoben und namentlichdie Einführung der Gabelsborgerschon Schrift in die Schulen von liaiern,Österreich und Sachsen veranlafst hat, obwohl, wie ein Vorsitzender des(Jabelsbergerschen Bundes einmal äufserte, die amtlichen Kreise ganz gleich-giltig zusehen, mit welcher Schrift die Verhandlungen ihrer Kammer auf-gezeichnet werden, und einem Wechsel der Schrift innerhalb dos Stenographen-bureaus kaum Beachtung schenken würden.
Neben die Kammerstenographen war inzwischen eine andere Schar ge-treten, die der Stenographen vere ine, und von der Gründung des erstenKurzschriftvereins in Deutschland können wir einen neuen Zeitabschnitt fürdie Ausbreitung' unserer Kunst rechnen. 1844 wurde der erste deutscheStenographenverein in Berlin von den Anhängern Stolzes gegründet; ihmfolgte 184j ein weiterer Stolzoschor Verein zu Magdeburg, und 1846 der ersteGabolsborgerscho Vorein zu Leipzig. Diese Vereine setzten sich nicht nur dieAusbildung ihrer Mitglieder in der Kurzschrift, sondern schon ihres eigenenBestehens wegen auch die Ausbreitung derselben zum Ziel, und haben indieser Hinsicht viel geleistet, viel mehr als Privatlehrcr hätten leisten können.Dazu kam bald als ein äufseres Triebmittel die Frucht des Jahres 1848.Denn dio freieren Verfassungszustände boten jetzt die Möglichkeit einerfreieren und ungehinderten Entfaltung des Vereinfilebens, und dann war dasBedürfnis des deutschen Volkes nach Beteiligung am öffentlichen Leben, nacheiner Verallgemeinerung des Wissens, das Bedürfnis, frei zu reden und freizu schreiben und damit auch viel zu reden und viel zu schreiben, mächtig
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