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dar, uiiil .zuletzt von den Pariser Gelehrten Binet und Conrtrier. Nach demAbschlufs der lläuligkoitsuntersuchungen wird die nächste Aufgabe sein, dieGeläufigkeit und Deutlichkeit der einzelnen Zeichen und ihrer Verbindungen ingrösserem Umfange und mit den Mitteln der neueren experimentellen Psychologiezu ermitteln. Die wintere Entwiekelung dieser Untersuchungen und ihreNutzbarmachung für den Systembau, ihre Zusammenfassung zu einer einheit-lichen Stenographik oder Kurzschrift-Wissenschaft, das bildet die Aufgabe, diedas 19. Jahrhundert dem 20. überliifst.
Doch ich habe wohl schon zu lange bei der grauen Theorie der System-forschung geweilt und wende mich daher zu der äufseren Geschichte derStenographie im abgelaufenen Jahrhundert. Und hier werden Sie den Hinter-grund kennen lernen, den Hoden, aus dem jene lippige Blüte deutscher Kurzschrifterwachsen ist, und dessen sie zu ihrer Entfaltung grade wie die Pflanze dos taug-lichen Brdreiches bei aller inneren Anlage zur Fortbildung notwendig bedarf.Auch hier miigo eine Einteilung in Zeiträume die Übersicht erleichtern.
Den ersten Abschnitt rechnen wir vom Auftreten der Kurzschrift inMpsengeils Lehrbuch bis zur Einführung der Verfassungen in den süddeutschenStaaten. Wohl haben wir hier Schriften, die den in England damals und jetztnoch geübten und weit verbreiteten an innerem Werte gleichstehen, aber esfehlt das Verständnis für ihren Nutzen. Bezeichnend ist die Klage Moson-goils, dafs seine gelehrten Freunde, die er für seine Schrift zu gewinnensuchte, „dieselbe mehr wie eine Kuriosität, als eine, die Mühe des Erlernenslohnende Kunst ansahen". Die Kurzschrift wird eben nur als Merkwürdigkeit,als Liebhaberei von Gelehrten, meist Geistlichen und Archivbeamten gepflegt,die durch die Beschäftigung mit alten Schriftarten überhaupt Neigung für dieSchriftkundo gewonnen hatten. Das änderte sich, als 1818 die süddeutschenStaaten eino Verfassung erhielten, üio Aufnabmo der Kammerverhandlungenbot der Kurzschrift nun ein reiches Wirkungsfcld, und so können wir dio Zeitvon 1818 bis 1844 die Zeit der Parlaments-Stenographie nennen. Diegeometrische Kurzschrift stellt hier übrigens der graphischen gleich, ja dererste, der in Deutschland als „Geschwindschreibor" angestellt wurde, war nachneueren Angaben nicht Gabelsberger, sondern August Winter, ein Stenographder Horstigschcn Schule. Er nahm, damals kaum 14 Jahre alt, seit 1818 dieVerhandlungen der badischen und seit 1821 die der württemborgisehen Kammernauf, und diese hingen zuerst so von seiner Gnade ab, dafs man in Karlsruheund Darmstadt für die Zeit schjiefsen mufste, wo Winter in Stuttgart steno-graphierte. Im Laufe der Zeit bildete er indes eine grofse Zahl von Kammer-stenographen aus, von denen einige heute noch loben, ja, einer, der KanzleiratPort noch heute in der Darmstädtor Kammer thätig ist. Gabelsborger nahm