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Hundert Jahre deutscher Kurzschrift : ein Vortr. über d. Entwicklung der Stenographie in Deutschland seit 1796
Entstehung
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für f, p, t und v, aus Gabelsbergers Schrift entfernen und damit eine andereQuelle ihrer Unregelraäfsigkeit verstopfen wollten, war dieMutabilität" derZeichen, wenn auch nur im Keime, angedeutet. Zur höchsten Entfaltung undübrigens ganz unabhängig von jenen brachte diesen Gedanken dann Ferd.Schrey in seiner Lehre von denMutabeln". Dieselbe ist Ihnen bekanntund braucht hier nicht näher entwickelt zu werden. Sie beruht ja auf demeinfachen Gedanken, dafs ein Zeichen seine Bedeutung beibehält, mag es nunauf, unter oder über der Zeilo stehen, dafs demnach auch Unterlangen hohergestellt werden können, indem man sie auf die Zeilo setzt. Während dergrofse grade Strich z. B. bei Gabelsbergor auf der Zeilot", und die Zeiledurchschneidendf" bedeutet, ist. er bei Schrey in jedem Falle eint", dasin der Nebenstellung die Zeile schneidet und in der Höhers teil ung auf derZeile steht. Die Zeilenmäfsigkeit ist dadurch gewahrt, dafs diese '/eichen alsersto Buchstaben eines Wortes auf die Zeilo treten. Dafs dieser Gedanke inder einfachsten Weise durchgeführt ist und die Erlernung der Schrift in keinerWeise erschwert, dos sind Sie alle Zeugen. Damit ist der Grund, der dieVerwendung von zweistufigen Zeichen und Unterlängen bei der relativenVokalbezeichnung unmöglich erscheinen liefs. nämlich die dann eintretendeallzu grofso Länge des Bindestriches, weggefallen. Auf der anderen Seitewurde die Schrift grundsätzlich nicht als Vollschrift gestaltet, bei der zurvollständigen Schreibung aller Vor- und Nachsilben nur kloine Zeichen Ver-wendung linden könnten, vielmehr wurde die Stolzesche Gliederung des Wort-bildes in einzelnen Fällen, wo sie kurzschriftlichen Zwecken dient, also nichtgrundsätzlich und überall, beibehalten. So hat die deutsche Kurzschrift aufeiner Zeile gehen gelernt; beide Krücken sind überflüssig, und wor sio jetztnoch trägt, mit dem ist eben nicht zu rechten.

So sehen Sio in der Fassung dor Vereinfachten Stenographie einen Ver-such der Ausgleichung sich bisher widerstrebender Forderungen. Die Zeichen,die Art ihrer Vorbindung lagen vor, aber die Sichtung, die Zusammenfassungderselben, zu einem neuen einheitlichen Ganzen, und die Befruchtung diesesGanzen mit dem Gedanken der Mutabeln, das war das Werk Schreys. Undwie hier, so könnte ich Ihnen auch in arideren Fragen, in der Frage derKonsonanten-Vordoppelung, diu' Stufen der Schrift, der Kürzungen u. s. w.zeigen, dafs dio Schreysclie Stenographie überall aus der EntwickelungGabelsbergor-Stolze-Faulmann das Ergebnis zieht und unter zum Teil neuenGesichtspunkten eine Ausgleichung und Vereinigung derselben versucht, Des-halb trägt sio ihren NamenVereinfachte deutsche Kurzschrift" mit Rocht.

Dio innere Geschichte der deutschen Kurzschrift haben wir unter dem Ge-sichtspunkte dor Entwickelung aufgefafst, die von dorn Streben nacheinem Gleichgewicht der einzelnen Forderungen und Teile getragen ist und die