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Vollschrift »nd eine Kammerschrift mit zwei Unterabteilungen. In ähnlicherWeise vereinfacht Roller 1875 die Arendsische Schrift, während Lehmanneinen, auch unter den vielen Qabelsbergerschen Gedanken enthaltenen Einfallherausgreift und durchführt. Die Erfolge der neustolzeschen Schrift führtenauch die G abelsborgorsehon zu einer solchen Zweiteilung ihrer Zeichenkunst,und dies ist ja die Forderung, der Ferd. Schrey 1877 in Solingen beredton Aus-druck gab. Seitdem wird fast allgemein als Gabolsborgerscho Kurzschrift nurder erste Teil, die Wortbildung und Wortkürzung als sog. Korrespondenzschrift,vorgetragen, und während früher nur der für voll galt, der auch die Satz-kürzung kannte, wird diese jetzt, den Fortgeschrittnoren und Lernbegierigen,die sich zu höheren Leistungen ausbilden wollen, vorbehalten. Den Endpunktdieser Entwickelung bildet eine nochmalige Vereinfachung der StolzeschenSchrift (1888), eine Znsammenfassung und Vereinfachung der deutschen Kurz-schriften in der „Vereinfachten deutschen Stenographie" von Ferdinand Schrey(1887) und eine solche unter Heranziehung auch Arendsischer Grundsätze! inder Braunsschen Kurzschrift (1888); diese Gruppe und ihre Nachfolger kannman wohl der neuesten Zeit deutscher Kurzschrift zuteilen. Sie stehthauptsächlich unter dem Zeichen der Schroyschen Stenographie, die einekritische Sichtung der bis dahin verwendeten Zeichen und Verbindungsmittelvorgenommen hat in der klaren Absieht, aus der Entwickelung Gabelsbergor-Sfolzo-Faulmann, wenn wir diese als die Vertreter der drei geschilderten Zeit-abschnitte ansehen wollen, das Ergebnis zu ziehen, und dabei überall die Mittezu halten. So giefst sie die bewährten Gedanken der deutschen Kurzschriftin eine einfache Form, ohne dabei den Grundsatz der Einfachheit zu über-spannen, wie dies bei Faulmann der Fall gewesen war, und darum hat ihrErfinder ihr auch den Namen „Vereinfachte deutsche Stenographie" gegeben.Diese ganze Untwickelung im Einzelnen zu verfolgen, würde über denllahmen dieses Vortrages hinausgehen. Ich greife daher zur Erläuterung desGesagten nur einen Punkt in aller Kürze heraus, die Vokalbozeiehnung.
Die Buchstaben Gabolsborgers waren ein geistreicher Wurf. Die Gründeutid Vorarbeiten zu ihrer Aufstellung kennt man nicht. Gabelsberger hatsowohl die sogenannte „sprachwissenschaftliche Begründung" derselben späterversucht, als auch die Häuflgkeitsuntersuchungen aus Adelungs Wörterbucherst lange nach Aufstellung seiner Zeichen und aus anderen Gründon vor-genommen. Im Ganzen haben Gabelsborgers Buchstaben sich in der Folgebewährt; manche Einzelheiten blieben immerhin zu bessern. Einen Fehler hatGabelsberger selbst noch beseitigt: die grofse Schleife, das „1" der gewöhnlichenSchrift, hatte er ursprünglich gar nicht benutzt. Erst nach Hegers Vorgangerhielt es die Bedeutung des in den slavischen Sprachen ja häufigen, im Deutschenaber äufserst seltenen „tseh". In ähnlicher Weise ist ein anderes bequemes