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Zwecken dienstbar. Dabei wurde freilich in Überspannung dieser Gedankensein Werk mit der Zeit eine Schrift für Gelehrte, und in der „Ameddschi-Zeit"des Stolzeschen Systems, wo man sich um die richtige Schreibart dieses Titelseines türkischen Kabinetssekretärs stritt (den man von dem Worte Amadschinicht unterscheiden könne), erreichte die philologische Kleinigkeitskrämerei ihrenHöhepunkt. Von ähnlichen mehr oder woniger geistreichen Behelfen war dasWerk von Arends und die Schrift der Dresdener Beschlüsse durchsetzt. Dabeisoll noch immer dasselbe einheitliche Lehrgebäude allen Zwecken genügen, derKammerstenograph soll, theoretisch wenigstens, dieselben Formen und Regelnbeachten, wio der Diktatstenograph und der Hausstenograph, wenn ich unterletzterem denjenigen verstehen darf, der die Kurzschrift nur für den eigenen,den Hausgebrauch, verwendet.
Das alles ändert sich mit dem Ausbruch der langverhaltenen Schrift-änderung im Stolzeschen Lager, mir, der Aufstellung der neustolzeschenSchrift. Damit, mit der Errichtung des deutschen Reiches, beginnt der zweiteAbschnitt der nachgabelsbergerschen Zeit, die Neuzeit der deutschen Kurz-schrift, die Zeit der einfachen Systeme. Der Wort der Einfachheit derSchrift findet seine gebührende Berücksichtigung. Die Schrift soll einfach sein,damit sie dem täglichen Leben in allen seinen Formen und den weitestenKreisen des Volkes dienstbar sein kann. Nicht die gewöhnliche Schrift sollsie vordrängen; das ist nur von Wenigen als das Ziel der späteren Entwicklunghingestellt worden und findet noch überall, auch in unserer Sehule, wo icheinmal einige Gründe dafür ausgeführt habe, lebhafte Anfochtung. Aber ausder Kunst und Wissenschaft, von der man in Voreinen und bei Festen sagteund sang, soll ein brauchbares Handwerkszeug, aus dem Selbstzweck ein Hilfs-mittel worden; dio zarte Treibhauspflanze, die in jenen engen Kreisen blühteund verwelkte, soll in dio froio Luft des Lebens hinaus; aus der Feinspoise,an der sich die Gelohrton und Fachmänner ergötzten, soll eine kräftige Haus-mannskost worden. Eines schickt sich nicht für alle: der Kammerstenographbraucht eino ; andere Schrift mit anderen Mitteln, als der Geschäfts- und derHausstonograph; daher Trennung der Schrift in verschiedene Stufen. Dassind Anschauungen, dio sich in England mit seiner längeren Geschichte derKurzschrift schon vorher Halm gebrochen hatten und namentlich in don WerkenPitmans zum Durchbrach kamen, die dann in Deutschland niomand glänzendervertreten hat, als der Kammerstenograph Dr. Stoinbrink, dio Seele derStolzoschen Prüfungskommission in Berlin, dessen Worte ich vorhin mehrfachverwendete, und Professor Fau 1 m an n in Wien, der nach vergeblichen Reform-versuchen in der Gabolsborgorschen Schule 1875 ein oigenos neues System, die„Phonographie", durch don Lehrer Braut veröffentlichen liofs. Dabei trenntjener dio Schrift in eine Schulschrift und eine Kammerschrift, dieser in eine