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Zeichen, der kleine grade Strich, für den seltenen Laut „y" und in unterbundenervorgesetzter Form für die Vorsilbe „ge" verschwendet. Linksschräge Zeichentreten störend hervor. Ein Hauptfehler der Gabelsbergerschen Schrift abererklärt sich aus ihrer Entstehung. Gabolsberger hatte diese Zeichen aufgestelltohno jedwede Ahnung einer sinnbildlichen Vokalbezeichnung: er bezeichnet dieVokale und verbindet sie mit den Konsonanten grade wie er die letzterenunter einander verbindet: „d" verschmilzt mit „i", „o" und „u" zu einemZeichen nach demselben Grundsätze wie mit „f", „p", „r", „t", „v" u. s. w.Geht das nicht, so worden die Vokale buchstäblich geschrieben oder ganzausgelassen. So auf der einen Seite die kühnste Kürzung, auf der andernSeite lagern die Zeichen unbeholfen und breitspurig nebeneinander. Dannlernte Gabolsberger in der englischen Kurzschrift die sinnbildliche Vokal-bezeichnung kennen und pfropfte diese auf seine, mehr einer vereinfachtenBuchstabenschrift gleichenden Schrift, indem er durch Hoher-, Mittel- oderTieferstellung des Zeichens, und zwar bald des vorangehenden, bald des nach-folgenden, die Vokale andeutete, und die Verstärkung- dos Zuges anfangs fürjeden scharfen, betonten Laut, später mehr für einzelne bestimmte Laute, wiea und au verwendete. Liese Schreibart aber konnte er nicht bei allen Zeichendurchfuhren, und so behielt er dio frühere Bezeichnungsweiso bei. So entstandein Zwiespalt in seiner Schrift, der es nicht zu bestimmten klaren Regelnkommen läfst. Oft kann man den Vokal boi denselben Zeichen, z. B. in der Silbe„wil" auf beide Weisen, sinnbildlich oder durch Verschmelzung, darstellen, oftweder auf dio eine noch auf dio andere Weise, so dafs man zur buchstäblichen Be-zeichnung greifen mul's. Dazu treten noch andere Mittel, wie dio Durchkreuzung,die Vcrgrofserung und Steilstellung. Alles hängt lediglich von der Gestalt derZeichen und boi mehrfachen Möglichkeiten von dem Belieben des Einzelnen ab, unddies ist (neben den Zeichen für p, f, t) der Hauptgrund, weshalb GabelsborgersSchrift noch houto wolliger ein „System", als eine „Sammlung von Schreib-weisen", eine „Kunst der Redezoiehon" ist.
Hier Wandel zu schallen ist das gerechtfertigte Bestreben der nach-gabolsbergerschen Kurzschrift. Dio einen verwenden nur dio sinnbildliche,die andern nur die verschmelzende Vokalbozeichnung.- Da haben Sie denGegensatz zwischen den „symbolisierenden" Kurzschriften, denen von Stolzeund Schroy einerseits, und den „vokalschroibenden", denen von Arends undRoller andererseits. Dio Durchführung boidor Richtungen ist nur möglich miteiner weiteren Auslese der Zeichen, mit einer weiteren Beschränkung desZeichenschatzes. Dabei ist dio sinnbildlich bezeichnende Schriftart insofern imVorteil, als sie die deutlichsten Formen für die einzelnen Konsonanten nehmenkann. Denn es giobt mehr Zeichen, dio man hoch-, tiefstollen und verstärkenkann, als solche, mit donen man den Vokal durch Biegung und Wölbung des