15] Siedlungsarten in den Hochsilpen. 413
Im Rainthale entfallen 19 oder 3 °/o der Bewohner„ Oetzthale „ 234 „ 4 ,, ,, „
,, Pitzthale ,, 143 „ 3 ,, „ ,,
„ Schnalser Thale „ 53 „ 4 ,, „ „
auf Staffel-Siedelungen.
Bleibt die Mündung eines Thaies und mit ihr der Fusspunktder Drainage lange Zeit hindurch unverändert in demselben Niveau,so kommt die Erosion allmählich zum Stillstande. Die Seitenwändenehmen jene Böschung an, welche der Festigkeit des Gesteins ent-spricht, und das Gefall der Hauptrinne und der von ihr abhängigenSeitengräben wird so tief herabgedrückt, dass der Wasserlauf nichtmehr in den Grund einschneiden kann, sondern im Gegenteile seineGeschiebe fallen lassen und so den Thalboden durch Auftragung er-weitern und erhöhen muss. Die Rinne entwickelt sich zu einemGraben mit ebener Sohle l ). Dieser Phase der Thalbildung ent-sprechen die im Hochgebirge nicht eben häufig anzutreffenden Boden-Siedelungen, die den Becken-Siedelungen naturgemäss sehr nahestehen. Sie sind deshalb seltener als die meisten anderen Siedelungs-arten, weil die Verzweigungen der grossen Alpenthäler zumeist nochin voller Entwickelung begriffen sind und daher wohl zahlreiche Stau-becken, aber nur ausnahmsweise wahre Thalböden besitzen. Dazukommt noch der Uebelstand, dass solche Böden dem Hochwasserschutzlos preisgegeben sind und bei Ueberschwemmungen unter Ge-schiebemassen begraben werden, deren agronomischer Wert weit hinterdem der Muhren zurückbleibt.
Auf Boden-Siedelungen entfallen:
von den 1567 Bewohnern des Antholzer Thaies
0
„ „ 9700 „ „ Tauferer
621
oder
7>
und zwar von den 3062 Bew. des Stammthaies
351
11
12..
„ „ 245 ,, der Schlucht
0
,, ,, 3406 ,, des Ahrenthales
215
11
6.,
,, ,, 383 ,, ,, Weissenbachthales
i 25
n
6 ..
,, „ 1570 „ „ Mühlwaldthales
30
11
2.,
„ ,, 695 „ „ Rainthaies
0
,, ,, 343 „ ,, Mühlbachthaies
0
von den 3316 Bewohnern des Stubaithales
152
ii
5 ..
und zwar von den 3040 Bew. des Stammthaies
140
11
5„
„ „ 130 „ „ Oberberg
0
„ „ 149 „ „ Unterberg
12
11
8..
von den 5900 Bewohnern des Oetzthales
113
ii
2„
und zwar von den 5380 Bew. des Stammthales
113
ii
4„
') Wie Penck nachwies, kann die durch einen Klimawechsel hervorgebrachteUeberbürdung des Wasserlaufes mit Geschieben zur Aufschüttung eines Flachbodensführen, bevor die Gefallsterminante erreicht ist.