414 Ferdinand Löwl, I \Q
von den 4171 Bewohnern des Pitzthales 288 oder 7 °/o
.. .. 1207 „ „ Kaunser Thaies 238 ., 20 „
.. .. 1300 .. .. Schnalser ., 83 ,. 6 „
Wird die Erosion in einem Hochthale wieder erweckt — sei esvon unten her durch eine Tieferlegung der Drainierungsbasis, sei esvom Gebirge aus durch eine dauernde Verminderung des vom Wasserzu bewältigenden Schuttes — so zersägt der Bach den vorher auf-geschütteten Flachboden der Länge nach in Terrassen, welche derBesiedelung recht günstige Bedingungen entgegenbringen. Sie er-leichtern als nahezu wagrechte Flächen sowohl den Feldbau als auchdie Anlage guter Verkehrswege und bieten im Gegensatze zu denThalböden vollkommene Sicherheit vor Hochwasser. Die Güte desBodens schwankt, wie die Eigenart der fluviatilen Aufschwemmungnicht anders erwarten lässt, innerhalb weiter Grenzen. Striche vor-treifliehen Weizengrundes stossen oft unmittelbar an öde Sandstrecken,auf denen sich nur die genügsame Kiefer zu behaupten vermag.
Am dichtesten drängen sich die Ansiedelungen auf jenen Ter-rassen zusammen, welche von den grossen Eisströmen der Diluvialzeitaufgeschüttet oder wenigstens mit Grundmoränen überzogen wurden.Der Blocklehm gleicht eben in seiner hohen Fruchtbarkeit durchausdem Material der Muhren. Er bildet ebenso wie dieses ein regellosesGemisch von Blöcken, Grus, Sand und feinstem Schlamm und liefertdaher einen überaus ertragreichen Boden. Die wenigen Hochthäler,in denen sich ansehnliche Reste glacialer Terrassen erhielten, zeichnensich denn auch durch eine ungewöhnliche Dichte der Bevölkerung aus.Im Stubaithale, welches neben dem Pitzthale die schönsten Terrassenbesitzt, kommen von der Vereinigung des Ober- und UnterbergerThalastes bei Milders bis zum Ausgange bei Oberschönberg 220 Be-wohner auf 1km, also 124 mehr als dem Durchschnitte der Bevöl-kerungsdichte des Gebirges zwischen Reschen-Scheideck und KrimmlerTauern entspricht 1 ). Dabei wohnen von den 3037 Stubaiern
in Halden-Siedelungen
„ Schuttkegel-Siedelungen
,, Boden- ,,
,, Terrassen- „
„ Hang-
Im untersten Abschnitte des Pitzthales, dessen Bevölkerungsdichtejener von Stubai gleichkommt — 223 Bewohner auf 1 km ■—, erreichendie Terrassen-Siedelungen sogar die absolute Majorität: 62°/o. Ziehenwir nun die übrigen Thäler zum Vergleiche heran.Auf Terrassen-Siedelungen entfallen:
49
oder
1.6 °/o
1660
n
54.7 „
140
n
4.6 „
1080
ii
35.6 „
108
n
3.5 „
') Im untersten Sillthale, zwischen Matrei und dem Berge Isel, kommen,dank den breiten, mit Bloeklehm überzogenen Terrassen von Patsch, Schönberg.Mutters u. s. w. sogar 280 Bewohner auf 1 km.