7] Siedlungsarten in den Hochalpen. 405
Drei Dinge setzt jede dauernde Niederlassung im Hochgebirgevoraus: erstens einen gesicherten Ort für die Gründung der Heim-stätte, zweitens Erwerbsquellen für den Ansiedler, drittens eine nieoder doch nur ausnahmsweise unterbrochene Zugänglichkeit. Wie dieZunahme der absoluten Höhe diese drei Bedingungen durch das In-einandergreifen klimatischer und orologischer Faktoren allmählich ein-schränkt und endlich ganz aufhebt, zeigt am besten die rasche Ab-nahme der Bevölkerung in den oberen Becken und Thalästen. DasOetzthal, dessen Siedelungsgürtel von 700 m Meereshöhe bis zur Iso-hypse von 2000 m, also bis in die Nähe der Baumgrenze emporsteigt,beherbergt mitsamt seinen Verzweigungen 5905 Bewohner. Da dieGesamtlänge der besiedelten Thalstrecken 75 km misst, entfallen auf1 km 79 Bewohner. Dieser Mittelwert ermöglicht einen ziffermässigenVergleich der Bevölkerungsdichte und der Bewohnbarkeit des Oetz-thales mit der anderer Hochthäler 1 ). Was wir aber hier zunächstins Auge zu fassen haben, das sind die Veränderungen, welche jeneDurchschnittzahl in den aufeinander folgenden Stockwerken des Oetz-
Siedelungsgürtel
700-1400 m
930-1600 „1100-1500 „1300-1500 „
15001700-1900 „1500—2000 ,
Wie aus dieser Uebersicht hervorgeht, nimmt die Dichte derBevölkerung im Oetzthale nach oben hin stetig ab. In anderen Thälern,namentlich in solchen, die aus dem sanften Phyllitgebirge in das Herzeines Gneisskernes eindringen, erfolgt die Abnahme nicht allmählich,sondern sprungweise. Ein schlagendes Beispiel liefern die „Gründe",in welche sich das dicht bevölkerte Zillerthal bei Maierhofen, amRande des Tauernmassivs, verzweigt.
thales
erleidet.
Thalabschnitt
Staffel
von Oetz
n
„ Umhausen
n
„ Längenfeld
ri
„ Sölden
n
, Zwieselstein
Gurgle
r Thal
Venter
»
Länge Bewohner
Bew. auf 1 km
6.2 km 1882
304
5.5 „ 1366
248
7.8 „ 1301
167
4.5 „ 649
144
1.1 „ 67
61
9 „ 123
14
15 „ 179
12
Vgl. Anhang I.