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längs der Sudeten gekommen ist, durch den es schliesslich gelang,wenigstens einen grossen Teil derselben ganz für das Deutsche zu ge-winnen.
Wir werden nun versuchen, die hervortretenden fränkisch-thürin-gischen Bestandteile in dem deutsch - schlesischen Leben und zugleichdas Gemeinsame in der Gruppe nachzuweisen.
1) Die Mundart.
Die schlesische Mundart ist eine Abteilung des osfcrmtteldeutschenDialekts, wie von uns wiederholt gesagt ist. Sie steht der oberlausitzi-schen so nahe, dass sich im Wortschatz und im Lautstande wenig Unter-schied findet. Indessen stellt sich das Oberlausitzische durch die Ver-einigung der an- und inlautend stimmlosen und stimmhaften Verschluss-laute in hauch- und stimmlose Laute und durch den steigend-fallendenSatzaccent zu dem Meissnischen. Das inlautende g spricht es wie dasschlesische.
Für das Schlesische gibt die genaue Unterscheidung der fortesund lenes im Anlaute und die starke Aspiration der fortes einen be-stimmten Unterschied von dem Meissnischen; ferner der musikalischeRhythmus des Satzes, der in dem musikalischen Accent der Wurzelsilbensowie in dem stufenweisen Absteigen des exspiratorischen Accents dermusikalisch eine Terz tieferen Nebensilben sein Wesen hat *).
Wenn wir die schlesischen Schriften des 14. und 15. Jahrhundertsmit der heutigen Mundart oder mit Schriften in derselben, z. B. denHolteischen Gedichten vergleichen, so empfinden wir in jenen weit mehrdem Niederdeutschen sich näherndes als im heutigen Dialekt. Dasliegt darin, dass jene alten Schriftwerke: Urkunden, Rechtsschriften,Predigten, Traktate, Uebersetzungen u. s. w., in einer Schriftspracheabgefasst sind, die von aussen nach Schlesien kam.
Jenes Deutsch, das sieb die Magdeburger Rechtskundigen fürihre Weisungen nach Obersachsen, Schlesien, Böhmen, Mähren gebildethatten, um überall verständlich zu sein, und das deshalb auf den Dialektdieser Länder möglichste Rücksicht nahm, gab für die Abfasser deut-scher Schriften auch in denselben das Muster. Und so stimmt dasDeutsch in den Schriftstücken jener Zeit vom Pleissnerlande bis Schlesienso überein, dass ohne die Ortsangaben es sehr schwer werden möchte,eine meissnische Urkunde bestimmt von einer schlesischen zu unter-scheiden.
Für die wirklich gesprochene Mundart haben wir in Schlesienvor dem 17. Jahrhundert keine Zeugnisse. Diese stimmen dann aberso mit dem jetzigen Landschlesisch überein, dass wir einen Rückschlüssaut die ältere Zeit wagen und behaupten dürfen,—im wesentlichen seiim 14. und 15. Jahrhundert ebenso gesprochen worden.
Am meisten macht das Schlesische längs des Gebirgszuges derSudeten den Eindruck einer ostfränkischen Mundart. Die hier herr-
') Waniek, Zum Vokalismus der schlesischen Mundart S. 23 fg. — Ueherden schlesischen Tonfall sehe man anoh H. Rückerts Ausführungen in ZachersZeitschr. f. deutsche Piniol. IV, 329 ff., V, 135 ff.