198 Karl Weinhold, [42
Bielitz mit den gemischten, zum Teil stark deutschen Dörfern Alexander-leid, Batzdorf, Alt-Bielitz, Bistrai, Kamitz, Ober-Ohlisch, Ober-Kurz-wald, Lobnitz, Nickelsdorf', Nieder-Ohlisch im Osten.
Von der Behauptung der deutschen Schule hängt hier 'wie ander-wärts alles ab. Das wissen die Gegner sehr wohl, deren Ziel es ist,das österreichische Schlesien zu einem Slavenland zu machen. -
IL Die Herkunft der Deutschen in Schlesien.
Aus den vorangegangenen Mitteilungen über die Ausbreitung derDeutschen in Schlesien hat sich deutlich ergeben, dass ein grosser Teilder heute in diesem Lande deutsch redenden Menschen von Slaven,grösstenteils von Polen, abstammt.
Die Frage nach der Herkunft der deutschen Schlesier beziehtsich demnach auf die Einwanderer des 12. un d 13 . Jahrhunderts, vondenen die Germanisation des Landes ausging.
Andeutungen in Namen.Flämische und fränkische Hufen. Flämisches und fränkisches Reeht.
Die Urkunden und Chroniken sagen nichts über die Heimat derdeutschen Gäste. -Wir müssen also nach anderen Mitteln suchen, dar-über uns zu unterrichten. ■■'■■■.
Vereinzelt begegnen wir deutschen Volksnamen .als Zusätzenzu den Personennamen von Eingewanderten oder ihren Abkommenwährend des 13. Jahrhunderts. Diese Zunamen sind später erblichgeworden und zu Familiennamen erwachsen. J.
So finden wir 1261 einen Bürger von Goldberg, Hermannus Au-stralis, der wohl einOesterreicher war oder von einem solchen stammte;1260 einen Breslauer Bürger Conradus Bavarus, mit dem der Kustosdes Clafenklosters Hermannus Bavarus 1272 verwandt sein mochte; ferner1299 .einen eques Bavarus, 1297 eques Ba.uvor genannt.
Häufiger ist Duringus. Ein ritferbürtiger Mann war HermanusThuringus, 1295 Besitzer von Quickendorf.
Dietmar dictus Duringus setzte 1290 das Dorf Gauers bei Neisseim Auftrage des Bischofs zu deutschem Recht aus.
Im Breslauer Rat sassen 1320 Henricus und Guntherus Duringus.1386 begegnet urkundlich ein Dietmar der Düring. Der Name Düring(Dühring), Döring ist als Familienname noch heute in Schlesien nicht selten.
Auf rheinische Herkunft weist der Zuname Renensis, den diematroha Wildegundis 1279 trug 1 ). Hätte Rudolf Hildebraud recht,
'1 Grünlingen, Regesten TT, 250.