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Die Verbreitung und die Herkunft der Deutschen in Schlesien
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41] Die Verbreitung und die Herkunft der Deutschen in Schlesien. 197

Lassowitz, Schönwald mit Bürgsdorf (alle fünf Wochen deutsch), Wilms-dorf mit Bischdorf. In Deutsch-Würbitz, der Tochterkirche von Pol-nisch- Würbitz, wird nur polnischer Gottesdienst gehalten.

In dem sprachlichen Grenzkreise Falkenberg sind die wenigenevangelischen Kirchen deutsch. Der bischöfliche Schematismus gibtfür das Archipresbyteriat Falkenberg an: Pfarrei Falkenberg deutsch;Dambrau 2 /s deutsch, V 3 polnisch; Friedland, Prychod, Schurgast, Tillo-witz deutsch und polnisch.,

In dem Archipresbyteriat Zülz ist die Pfarrei Steinau deutsch;die Pfarren Gross - Pramsen, Schmitsch und Zülz sind gemischt; Alt-zülz, Deutsch-Mülmen, Elgut, Grabine, Loncznik und Simsdorf sindpolnisch.

Das südlich anstossende Neustadter Archipresbyteriat ist deutsch,das Archipresbyteriat Karwin ist mährisch.

Für das preussische Oberschlesien bedarf es kaum der Bemerkung,dass auch innerhalb des polnischen und mährischen Sprachgebietes dieStädte, besonders die grösseren, im wesentlichen deutsche Sprachinselnbilden.

In den gebildeteren Schichten herrscht hier durchaus das Deutsche.Städte wie Oppeln, Gleiwitz, Ratibor, Beuthen, Tarnowitz und Plessstellen sich trotz der polnischen Grundbevölkerung als deutsche Städtedar. In ihnen allen, ebenso in den kleineren, wird deutsch gepredigtneben dem Polnischen. Das Verhältnis des Slavischen zum Deutschenist in diesen Orten freilich sehr verschieden; und in neuester Zeit, inder sich politische Hetzer. auch in Oberschlesien des Polnischen hieund da als Decke bedient haben, ist auch der Versuch gemacht worden,das Deutsche aus der Kirche zu verdrängen J ). Von Bedeutung sindaber solche Versuche für das Ganze nicht.

Anders liegen die Dinge freilich in Oesterreichisch=Schlesien, wodas Deutsche mit der Ungunst der gegenwärtigen Staatsleitung unddem entfesselten Slaventum zu ringen hat.

Aus unsem früheren Angaben hat sich schon herausgestellt, dassder ganze Nordwesten des österreichischen Kronlandes Schlesien ein ganzdeutsches Land ist 2 ).

In den Gerichtsbezirken Weidenau, Jauernig, Zuckmantel, Frei-waldau, Bennisch, Freudenthal, Würbenthai, Hennersdorf, Hotzenplotz,Olbersdorf, Jägerndorf und Odj^rau, Wigstadtl, Wagstadt und Königs-berg sitzen, bei Heranziehung angrenzender Dörfer des Troppauer Be-zirks, in fast 300 reindeutschen Gemeinden ungefähr 210 000 Deutsche.Von den genannten Bezirken sind nur Wagstadt und Königsbergsprachlich gemischt: Wagstadt ist nur zur grösseren Hälfte, Königs-berg nur zu einem Viertel deutsch.

Im übrigen österreichischen Schlesien leben noch in mehrerengrösseren Sprachinseln mehr als 50 000 Deutsche. Es sind Troppauund Lippin im Westen, das halbdeutsche Teschen und das ganz deutsche

') Bericht aus Berun in der Schlesischeu Zeitung vom IG. Februar 1886.J ) Vgl. im einzelnen Gehre, Die deutschen Sprachinseln in Oesterreich,Grossenhain 1886, Kap. IV.