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Die Verbreitung und die Herkunft der Deutschen in Schlesien
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196 Karl Weinhold, . [40

Im Archipresbyteriat Namslau ist die Pfarrei Strehlifcz ganz pol-nisch, die übrigen sind polnisch und deutsch; dasselbe gilt für die zumArchipresbyteriat Brieg gehörige Kuratie Karlsmarkt;

Die evangelische Kirchenstatistik von Anders bemerkte zur Treb-nitzer Diöcese, dass hier der polnische Gottesdienst seit 1840 ganz ab-gestellt sei. Am längsten hatte er sich in Lutzine gehalten (bis-'1840).In Pawelau war er 1837 erloschen. In Kainowo hatte man ihn bereitsseit 1805 zu beschränken begonnen.

1866 hatten im Ohlauer Kirchenkreise polnische Predigt undBeichte noch Laskowitz und Minken - Peisterwitz, die auf der rechtenOderseite liegen. Jetzt hat das auch hier aufgehört, da sich nacheinem Bericht des Superintendenten von 1884 kein Bedürfnis dafürmehr zeige.

Auf der rechten Oderseite des Brieger Kreises hatten die evange-lischen Kirchen von Kauern, Leubusch und Scheidelwitz 1866 nochpolnischen Gottesdienst neben dem deutschen. Jetzt hat er aufgehört.

Auch der bischöfliche Schematismus verzeichnet nur für Karls-markt eine deutsch-polnische Gemeinde.

Sonst haben wir aus dem Breslauer Regierungsbezirk nur dieKirche in Hussinetz bei Strehlen zu nennen, worin an zwei Sonntagentschechisch, am dritten deutsch gepredigt wird. Die Gemeinde bestehtaus den einst hussitischen Kolonisten der Gegend. Im übrigen ist hierso. wenig wie in Ohlau und Brieg noch ein Rest des kirchlichen Ge-brauchs des Slavischen zu verzeichnen.

Für den Oppelner Regierungsbezirk ist zu dem früher ausge-führten aus kirchlichen Quellen folgendes für die Gegenwart zu ver-merken.

Der Kreuzburger Kreis hat eine überwiegend polnische und zu-gleich evangelische Landbevölkerung. Der Gottesdienst nimmt bis heutedarauf Rücksicht, und in allen Kirchen werden beide Sprachen, Deutschund Polnisch, gebraucht. Alle Sonntage findet zweisprachiger Gottes-dienst statt in Constadt, Kreuzburg, Landsberg, Pitschen, Bischdorfund Simmenau. In Bankau und in Polnisch-Würbitz wechselt pol-nischer und deutscher Dienst. Mehrere Pfarreien haben mehr als eineKirche, auf die also der Gottesdienst verteilt werden muss. So wirdin den Constadter Filialen Jeroltschütz und Skalung jeden dritten Sonntagvon dem Diakonus aus Constadt deutsch und polnisch gepredigt undBeichte gehalten. Ebenso findet in den vom selben Pastor versorgtenKirchen Golkowitz, Neudorf und Kostau umwechselnd Gottesdienst inbeiden Sprachen statt. Ferner wird in den verbundenen Orten Prosch-litz und Omechau abwechselnd gepredigt, und zwar stets polniseh unddeutsch; desgleichen in Rosen und Schmart. In der Kirche von Reiners-dorf wird an den ersten beiden Sonntagen jedes Monats, in der FilialeSchönfeld am dritten, in Jakobsdorf am vierten Sonntag Predigt undKommunion in beiden Sprachen gehalten.

In folgenden Kirchen des Kreuzburger Kirchenkreises überwiegtdie Zahl der polnischen Gottesdienste: in Roschkowitz mit Nassadelund Woislawitz (in letzter Filiale wird nur zweimal im Jahre deutschgepredigt), in Polanowitz, in Ludwigsdorf (Tochter von Bankau), Gross-