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Die Verbreitung und die Herkunft der Deutschen in Schlesien
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391 Die Verbreitung und die Herkunft der Deutschen in Schlesien. 195

dass der polnische Gottesdienst in der Stadt Trachenberg 1791 aufge-hört habe, in Wirschkowitz 1820, und dass nunmehr (1866/67) derselbein den evangelischen Kirchen jener Diöcese seit längerer Zeit erloschen sei.

In der Diöcese Wartenberg-Namslau ging vor nun zwanzig Jährendeutscher und polnischer Gottesdienst nebeneinander: so in Festenberg,Medzibor, Namslau, Wartenberg, Bralin, Droschkau, Hönigern, Kaulwitz *).In Medzibor und Namslau wirkten ein deutscher und ein polnischerPastor nebeneinander.

Heute sind in der Superintendentur Polnisch-Wartenberg die Orte,in denen zweisprachiger Gottesdienst besteht, Goschütz, Wartenberg,Bralin, Medzibor und die böhmische Kolonie Tabor, in der drei Sonn-tage tschechisch und den vierten deutsch gepredigt wird. In Warten-berg und Medzibor findet alle Sonntage vor dem deutschen polnischerGottesdienst statt. In Bralin geschieht, das jeden zweiten, in Goschützjeden vierten Sonntag.

In der Superintendentur Namslau haben jetzt Hönigern, Mangschütz,Stoberau, Namslau, Kaulwitz, Droschkau und Karlsmarkt zweisprachigenGottesdienst. In Hönigern, Mangschütz und Droschkau wird alle Sonn-tage deutsch und polnisch gepredigt. In Namslau predigt der nebendem deutschen angestellte polnische Pastor drei Sonntage polnisch,den vierten deutsch. In Stoberau und Kauern mit Karlsmarkt; ist jedendritten Sonntag polnische Predigt und Beichte, in Kaulwitz jeden zweitenSonntag polnischer neben dem regelmässig durchgehenden deutschenGottesdienst.

In der Diöcese Oels-Bernstadt hatte die polnische Predigt schonvor 1830 in den meisten evangelischen Kirchen aufgehört. 1830 wardsie, wie früher schon bemerkt ist, in Maliers abgestellt, 1840 in Prietzen.1866 ward in Mühlatschütz nur fünf- bis sechsmal im Jahre polnisch gepre-digt, in Pontwitz und Resewitz dagegen jeden dritten oder vierten Sonntag.

Seitdem hat das Deutsche weitere Fortschritte gemacht. Jetztwird in Mühlatschütz und Pontwitz nicht mehr polnisch gepredigt,in Pontwitz nur zweimal im Jahre noch pohlische Beichte mit Abend-mahl gehalten. In Resewitz findet alle acht Wochen sowie an denersten grossen Feiertagen polnische Predigt und Kommunion statt.

Den evangelischen Diöcesen, die wir aufführten, entsprechen diekatholischen Archipresbyteriate Militsch, Polnisch-Wartenberg, Namslauund teilweise Brieg. Der Schematismus des Bistums Breslau von 1869bemerkte, dass in Militsch die Volkssprache polnisch und deutsch, inWartenberg und Namslau polnisch, in Brieg deutsch und polnisch sei.

Gegenwärtig wird nach mir gütig erteilter Auskunft im Archi-presbyteriat Militsch die Sprache in den Pfarreien Festenberg, Freihan,Militsch und Sulau als deutsch, in Frauenwalde als vorwiegend deutsch,in Goschütz als deutsch und polnisch, in Tsclieschen als polnisch angegeben.

Im Archipresbyteriat Polnisch-Wartenberg hat nur die PfarreiSchollendorf rein deutsche Sprache. Polnisch werden Bralin, Mang-schütz, Fürstlich-Neudorf, Trembatschau und Türkwitz genannt, sprach-lich gemischt die übrigen.

Anders 225238.