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Die Verbreitung und die Herkunft der Deutschen in Schlesien
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194^ Karl Weinhold, [38

im Leobschützer Kreise. Dieses polnische Pfarrdorf bezeichnet dieGegend, wo sich Deutsch, Polnisch und Mährisch begegnen.

Denn von Süden herauf schiebt sich das Mährische zwischenDeutach und ; Polnisch ein. Die nördlichen Zipfel des mährischen. Sprachgebietes gleichen zwei Geweihschaufeln, die nordwestlich indas Deutsche hineinragen.

Die deutsche Grenzlinie geht von der Koseier Krejisgrenze überSchönbrunn, Gröbnig, Babitz, Hohndorf, Knispel, Katscher - Langenau,Ratsch, Tröm nach Zauditz (das deutsch-mährisch gemischt ist), biegtdann nach Dirschel um und läuft südlich in gewundener Linie überRösnitz nach Putsch. Von diesem südlichsten Punkte wendet sie sichnordöstlich über Leimerwitz, Biskau, Deutsch-Neukirch, Rosen, Wano-witz, Krug, Heimerwitz, Prosnitz (halb mährisch), Löwitz, Kreuzen-dorf, Soppau, Bratsch, östlich von Jägerndorf an der Oppa längs bisgegen Boblowitz, das mährisch ist; geht von da südwestlich über Her-litz, Seitendorf, Erkersdorf, Morawitz, Neulublitz, Neuzechsdorf, von'wo sie östlich streicht, indem sie die mährischen Orte Skfip und Schlattennördlich lässt. Wagstadt, Gross -Olbersdorf und Bielau sind deutscheOrte, an welche südlich das zum Kronland Mähren gehörige Kuhländ-chen stösst.

Die polnische Grenzlinie gegen das Mährische streicht von demvorhin erwähnten Dittmerau im Leobschützer Kreise südöstlich überMatzkirch, Polnisch-Krawarn, Mackau, Janowitz, Bojanow, Benkowitz,Tworkau, Krzyzanowitz, Zabelkau nach Oderberg, und begleitet danndie' Ostrawiza von ihrer Mündung in die Oder bis an ihre Quelle.Diese natürliche Grenze des Fürstentums gegen Mähren scheidet auchPolnisch und Mährisch. >

Diese Sprachgrenzen sind, wie oben gesagt, 1846/47 aufgenommenworden.

Die Völkszählung von 1858 ergab bei einer Gesamtbevölkerungdes preussischen Schlesien von 3 304 800 Seelen 666 666 (!) Polen,54 777 Mährer und. Tschechen, und in den ehemals oberlausitzischenKreisen Rothenburg und Hoyerswerda 32 581 Wenden.

Im Jahre 1861/62 wurden für die preussische Provinz Schlesien3 390 695 Einwohner statistisch aufgestellt, darunter 719 316 Polen,58 679 Mährer und Tschechen, 32 357 Wenden.

Bei den neueren Volkszählungen werden die Sprachverhältnisseübergangen. Berechnen lässt sich aber nach der früheren Vermehrungs-ziffer die Zahl der Polen und Tschecho-Mähren in Preussisch-Schlesienfür das Jahr 1886 auf 1258 000 Seelen.

Zur Beurteilung des Ruckgangs des Slavischen in der preuss. ProvinzSchlesien bietet die kirchliche Statistik Mittel, die wir hier benutzen.

Was zunächst die evangelischen Sprengel angeht, so ist die Histo-rische Statistik der evangelischen Kirche in Schlesien von Ed. Anders(Breslau 1867) eine gute Quelle. Ich bin in der Lage 1 ), die heute,also zwanzig Jahre später, bestehenden Zustände mit ihr zu vergleichen.

Bei der Superintendentur Militsch-Trachenberg bemerkte Anders,

Durch die Güte des Herrn Kcmsistorialpräsidenten Dr. Stolzmanii.