460 XCVII MÜNCHNER GLAUBE UND BEICHTE
25 Ich gloub in den hailigen gaist. Ich gloub in die hailige cristenhait. Ichgloub gemainsamm aller gotes hailigen, ob ich es verdienen. Ich gloubablas aller miner siind, ob si mich rüwend. Ich gloub urstende mins libsund miner sei und nach disem leben das ewig leben an end.
a wird nur zweimal a geschrieben (an, nach), sonst a oder a, alsoeigentlich in au aufzulösen, wie z. 9 verraulen steht, ich habe ou für ö,uo für ü, ü für ü gesetzt und y weggeschafft.
Mit dieser formet stimmt genau üb er ein eine vierte in der Lam-bacher pghs. 132, XIV jh. das glaubensbekennlnis ist auf die apostel ver-teilt (vgl. Mafsmann abschw. s. 39. 40). der schluss der Jesu gewid-meten parlie lautet ursprünglicher: Ich gelaub daz er nach seiner urstendhie in erd want viertzich tag und daz er an dein viertzigistem lag ze himelfner ze gesiebt seiner junger und die des wirdig warn daz si sein häligen621aufart sähen, und daz er da sitzet ze der zesem seins vater immer (stattime) ewenher und ebengewaltich. Ich gelaub daz er von dann chünftigist ze richten und ze urtailen ainen iegleichen menschen nach seinen werchenund mich nach den nieinen.
Fünftens erwähne ich die unter könig Albrecht dem zweiten,also 1438 oder 1439 geschriebene Lambacher papierhs. 463, in welcherauf eine pelitio pro vivis und pelitio pro morluis die confessio generalisfolgt, das an anderer stelle stehende glaubensbekennlnis ist das apo-stolische.
Auch s echslens in dem Linzer gebelbuch Cc. II. 5 aus dem XV jh.findet sich der glaube und die gemeyne peycht, jener aber ist wieder imwesentlichen der apostolische, doch gehl ihm die abschwörung voraus Icharmer geprechlicher sundiger mensch, ich vorsage des pofsen geystes, alle seyneswillen, alle seyner werck, alle seynes falschen radtes und zeuschundige.
Alle die jüngeren b eicht formein, so die in cgm. 470 /'. 22, 543 f.50", 756 f. 35, 767 f. 95, 77 l f. 13, 827/. 123, 832 f. 12, 845 f. 154,8b0f. 83, in der hs. cent. VII. 8 der Nürnberger sladlbibliothek bl. 127",zs. 22, SO /"., in Wütenweilers ring s. 109 f., bei VHasak der christlicheglaube des deutschen Volkes beim Schlüsse des millelallers (1868) s. 502//".,in den milteilungen des Vereins f. d. gesch. der Deutschen in Böhmen26, 381, eine in der oben besprochenen Linzer hs. Cc. II. 2 bl. Lxxi b ,auch die poelisierlen des Johann von Soest Germ. 33, 129 ff. und desLiebe bei Bartsch beitrage zur quellenkunde 278, nehmen die aufzählungder Sünden nach gewissen ausdrücklich hervorgehobenen kalegorien vor,zb. ich habe gesündigt an den werken der barmherzigkeil (werden auf-gezählt und speciaiisierl), an den sieben lodsünden (desgleichen), an densieben sacramenlen, an den sieben gaben des heiligen geisles, an denacht stücken der heiligen seligkeil usw. verwanl damit eine böhmischeöffentliche beichte X1II/XIV jh. bei Kopilar Glagolila Clozianus p. xlvh.vgl. auch zs. 22, 336. jb. der allerlumsfreunde im Bheinland 75, 134/7'.dagegen zeigt ein niederdeutsches speculum conscienliae laicorum XV jh.bei RHeydler malerialien zur geschichte des bischofs Stefan von Branden-burg (Brandenburg 1866) s. 30 die einleilung negligentia comuipiscenlianequitia.