LXXXIII ÖTL0HS GEBET 415
orandi factus sum: ileinde communiter pro cnnciis in fide sancia defunclis,pro quibus videlicet cuiquam orare licet, ut eos a locis penalibus liberareel in requie perpelua digneris collocare (man bemerke die reime cunelis:defunctis, videlicet: licet, liberare: collocare). (B 68 — 73) ... Ad ex-tremuin vero nulla orationis meae dieta mihi sufl'ecisse prorsus sciens, sedpotius in le tarn orationis quam ceterorum actuum meorum sufficientiamconclusionemque ponens in manus tuas, domine, spiritum et corpus meum• . . commitlo (conimendo C), ut ubicumque nequeam seu nesciam veleliam nolim me custodire tu, prout valcas ac scias utque iuxta bonitatenituam velis, me ubique conservare digneris. im ersten leih (z. 1—24)schickt A jeder bitte eine längere molivierung voraus: diese hat li sämt-lich ausgelassen, im zweiten teile (z. 25—40) sind die heiligen andersgeordnet und vermehrt, die kürzung des dritten (z. 41—73) scheintohne sonderliche Überlegung vorgenommen: sonst wären nicht papst undkaiser weggeblieben, es ist nicht ohne interesse im einzelnen zu beob-achten, wo Olloh eine freiere wiedergäbe des lateinischen nötig fand,z. 2. 3 setzt er diiia guoli unla dina gnäda für bonitateni tuam, miua sunlajouh mina ubila für pravilatem meain und ähnlich öfters zwei durch unlaverbundene Synonyma zur bezeichnung eines begriffes. das formelhafte,teils wörtlich, teils variiert wiederkehrende also ili des bidurfi stein nichtim lateinischen: vgl. über ähnliche schlussformeln in der beichte excurszu LXX11. was er sonst im deutschen hinzusetzte ist wenig und zumteil noch äufserlich als zusalz erkennbar, vgl. varr. zu z. 11. 44.
Olloh hat nicht verfehlt, wie bei seinen übrigen werken, so auchfür das gebet in dem über de lenlalionibus (SS. XI, 392) genauere aus-kunfl zu erteilen und in der offenbar älteren recension dieses buchessogar den lexl A (premissis quibusdam preeibus intimis, sagt er, ex psal-terio sumplis ita ineipit una: 0 spes unica usw. diese auszüge aus denpsalmen gehen A in der hs. wirklich vorher) sowie das bei Pez III, 2,480. 481 stehende gebet aufgenommen, aber eine Zeitbestimmung gebenseine äufserungen nicht an die hand. man hat eine solche in der er-wähnung der 'Zerstörung' des kloslers gesucht, indem man dabei an denbrand von 1062 dachte, aber Olloh spricht davon fast in denselbenausdrücken an einer von Pez 111, xi. xn ausgezogenen stelle, wo mit der'Zerstörung' bestimmt nichts anderes als die anfeindung des kloslers durchden bischof von Regensburg gemeint ist. nur so viel darf man behaupten,dass das gebel in SEmmeram (s. oben s. 580 zu li 46. 47), also nichtzwischen 1061 und 1067, wo Olloh in Fulda und Ammerbach war, ab-gefassl ist, und dass es, wenn die bemerkung von Pez 111, xix, Ollohzähle die namen derjenigen heiligen auf, welche in den klöslern, in denener einmal anwesend war, besonders verehrt wurden, richtig ist, weillionifatius darin genannt wird, später als Ollohs aufenthall in Fulda,also in die zeit nach 1067 fällt; die abfassungszeil des liber de len-lalionibus, vor welchem es entstanden, kennen wir nicht, die abfassungs-zeil nach 1067 glaubte ESchröder zs. 30, 82—84 durch hinweis aufdie notae SEmmerami MG. SS. XVII, 572/'. stützen zu können, dortsind nemlich die reliquien verzeichnet, welche in der 1061 geweihten