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Über Nikolaus Knüpfer und einige seiner Gemälde, bes. über seine "Jagd nach dem Glück" ... in München und Schwerin
Entstehung
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als eine Vorstufe jener bekannten reizvollen Technik der Werke kleineren Formatesaus Elsheimer's Blüthezeit mit ihren satten liefen Farben und ihrem feinen unddennoch so kräftig erscheinenden Impasto zu erkennen ist. In dieser Beziehung istbesonders auf das Liebespaar links im Vordergrunde und auf das köstlich behandelteLaubwerk der Tempelguirlanden des Baseler Bildes aufmerksam zu machen. Auchdie Kronen der Bäume, die zwischen den Tempelsäulen vom Hintergrunde hersichtbar werden, haben schon ganz den Charakter des bekannten Elsheimer'schenImpasto. In dieser Beziehung wird sogar das Frankfurter Bild von dem zu Baselübertroffen, sodass man dieses für das jüngere und jenes für das ältere haltenmöchte. Dabei muss, und zwar im Gedanken an die Eigenschaften des Malers undZeichners Knüpfer, auf eins aufmerksam gemacht werden. Die in perspektivischerVerkürzung- g-ezeichneten Gesichter der Figoiren des Hintergrundes, welche zu dervon Merkur fortgetragenen Glücksgöttin emporschauen und bei denen man zuerstin Versuchung gerathen könnte, an Knüpfer zu denken, offenbaren die SchwächeElsheimer'scher Kunst, welche Schwierigkeiten dieser Art nicht zu überwinden ver-steht. Mit derartigen Problemen würde der bei den Utrechter Caravag-gisten alsgründlicher Figurenzeichner aufs Beste geschulte Knüpfer ganz anders umgesprungensein. Welches Meisterstück ist nicht in dieser Beziehuno- die sterbende Mutter inder Ecke rechts auf dem grossen Bilde in Cassel, bei der auch seine eigenartigeKunst des Modellierens mit der Farbe, die er freilich o-eleo-entlich vernachlässigte,in vollendetster Weise in die Erscheinung tritt? Diese Figur ragt iiberhaupt somerkwürdig aus dem Werk hervor, dass man anzunehmen geneigt sein könnte, umihretwillen sei die ganze Composition entworfen. Gewiss aber findet ein ähnlichesVerhältniss auf einem von Hofstede de Groot in der Brera zu Mailand aufgefundenenkleineren, weniger ansprechenden Bilde von Knüpfer statt, das den armen Lazarusvor der Thür des Reichen darstellt. 1 ) Hier tritt es deutlich hervor, dass der nackte

J ) Sammlung Oggioni in der Brera, Sala F. Nr. 58, Scuola Fiamminga. — Ein weiteresWerk von Knüpfer hat Hofstede de Groot in der Accademia Albertina zu Turin gefunden,Nr. 120 (Unbekannt). Es ist eine arkadische Hirtenlandschaft: »Auf Ruinen sitzt eine Frauen-gestalt in gelber Gewandung; vor ihr sieht man zwei Männer, links Vieh und noch dreiPersonen.« Dass das Bild in der Brera ein richtiger Knüpfer ist, kann ich aus eigenerAnschauung bestätigen. Das Turiner Bild habe ich leider übersehen. Auch bei Sir FrancisCook-Richmond soll noch ein 'Bild von Knüpfer sein.

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