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Über Nikolaus Knüpfer und einige seiner Gemälde, bes. über seine "Jagd nach dem Glück" ... in München und Schwerin
Entstehung
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nichts weiter übrig hat als eine Art burlesken Katzenjammers in den Tönen geschicktbehandelter moderner Melodien.

Der höchste Grad von Verachtung der Jagd der Menschen nach dem Glückkommt hier zum Ausdruck. Und zwar in geistvoller Weise, mit einer künstlerischenBeherrschung der Massen, mit einer Tüchtigkeit des Zeichnens und Modellierens inLicht und Luft, mit einer Feinheit von Farben-Akkorden, mit einem Gefühl fürTon und Schönheit: dass der Vergleich mit den besten Meistern der Ver-gangenheit und Gegenwart gerechtfertigt ist.

Das ist in der That nicht zuviel gesagt.

Legen wir uns einmal mit Ernst die Frage vor: Verstehen Menzel undPradilla so etwas in ihren kleinfigurigen, die Massen beherrschenden Bildern irgendwie besser? Wir möchten das nicht behaupten.

Aber dies Werk ist unserm Knüpfer nicht in den Schoss gefallen wie eineplötzliche Offenbarung. Es hat seine Vorstufen, anscheinend sogar gar nicht eine,sondern mehrere, es ist das Ergebniss einer langsam gereiften, immer wieder auf-genommenen Arbeit, die dadurch nichts von ihrem Werthe verliert.

Eine dieser Vorstufen nun ist das kleinere Bild in München.

Es ist derselbe Vorwurf, dieselbe Sache, wenngleich, für sich allein, nichtso schnell verständlich wie auf dem grösseren Bilde. Es fehlt aber der sichöffnende Himmel der Olympischen, Papst und Kaiser sind nicht mit in der Menge,sondern erscheinen nur als Bilder auf einem Teppich der Tempelhalle.

Dafür macht es aber den Eindruck, als wenn die Statue des Zeus, vorwelcher das Opfer vollzogen wefden soll, lebendig geworden wäre. Zeus istunzufrieden mit dem Getobe der Menschen, er trampelt mit Händen und Füssen,er wirft seinen Blitz. Er hat buchstäblich seine statuarische Ruhe verloren.

Also auch hier dieselbe, fast noch ärgere Würdelosigkeit des Gottes wieauf dem grösseren Bilde. »In den Hades, ihr unsinnigen Menschen — ruft er —wollt ihr meine Tochter Fortuna endlich einmal in Ruhe lassen! Auf mein SohnHermes, entführe sie von der Erde fort in den Olymp.«

Diese Deutung hat nun freilich das Münchener Bild bisher nicht gehabt.Man hat sich den Kopf darüber zerbrochen, was dieser Vorgang sei und bedeute.Erst das grössere Bild in Schwerin verbreitet das richtige Licht darüber.

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