Neben ihm steht ein zweiter Priester, der ein junges Ehepaar einsegnet.Der Priester und der junge Mann lassen sich nicht stören, aber die junge Frausieht entsetzt auf den Diebstahl oder Menschenraub, den Merkur im Auftrage derHimmlischen begeht. Auch die Trauzeugen werden dadurch in Aufregung versetzt.Ebenso die Zuschauer in einer Säulengalerie des Heiligthums.
Zu dem ganzen Lärm gesellt sich Posaunen- und Trompeten-Musik voneiner oberen Galerie, die, wie der ganze Bau, unter freiem Himmel ist.
Am tollsten ist das Gedränge unmittelbar unter der emporgetragenen Gestalt.Man sieht alle Stände, Vornehm und Gering, Jung und Alt, Männer und Frauen,ehrliche und unehrliche Leute, einen Ritter zu Pferde, ja zuletzt, hoch zu Ross,den Kaiser und den Papst, beide mit vielem Gefolge. Sie kommen alle heran,sie wenden alle ihren Blick zu der fortgetragenen Gestalt empor, die uns mittler-weile, d. h. bei dieser Art von Betrachtung, ihr Wesen enthüllt.
Es ist die Glücksgöttin, die Fortuna, um die sich Alles reisst. Alle wollenetwas von ihr haben, und wenn es zuletzt auch nur ein Zipfel ihres Gewandes ist.Nur Wenige giebt es, die nicht mit Leidenschaft für sie erfüllt sind.
Da ist zuerst eine Gruppe von Kindern. Sie lassen einen Drachen steigen.Und ihr Drache führt auf jedem Seitenflügel die bezeichnende Aufschrift »Content«.Kinder sind mit Wenigem zufrieden. Mit Wenio-em ist auch der am Weeekauernde Bettler zufrieden. Mit Wenigem vielleicht auch der ernst und ruhigseines Weges schreitende Nachkomme Muhameds in grünem Turban. Auch derstämmige Austernfischer, der eben vom Fange kommt und seine Leckerbissen fürGeld und gute Worte gerne Anderen überlässt. Vielleicht auch das Liebespaar,das, weiter zurück, auf dem Wege wandelt, und vorläufig noch nichts anderes imSinne hat, als wie es für sich sein und bleiben mö^e.
Ob auch alle Uebrigen im Mittelgrunde und Hintergrunde zu den zu-friedenen Leuten gerechnet werden sollen, müssen wir dahin gestellt sein lassen.Vielleicht, vielleicht auch nicht.
Da sieht man auf einem Wasser den Vorgang eines Fischfanges, im Freienein Piknik, weiterhin ein Wettrennen von Pferden und Menschen, auch sonst allerleiKurzweil, Schaubuden, ein Treiben wie auf dem Jahrmarkt.