VII. Das 1. Segment der Tabula Pentingeriana.
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Darstellung des Ra. In der That lässt uns in diesem Falle der Ra ganz im Stich. Er folgt in Englandeiner ganz verschiedenen Quelle, nämlich einer systematischen Beschreibung des Landes, nicht einemItinerarium, und er hat nur selten Routen (wie S. 428 Lemanis his Tamese). Es lässt sich mit grosserWahrscheinlichkeit sagen, dass seine Quelle eine griechische Karte war; darauf weisen die vielen griechischenEndungen auf on, namentlich bei der Mehrzahl der ganz unbekannten tarnen hin (Ardaoneon p. 426, 12dürfte wohl — veov zu deuten sein), noch deutlicher aber der Schlusssatz „Finitur autem ipsa Britannia..."S. 439. Denn hier hat Ra eine geordnete Specialkarte von Britannien, ähnlich der des Ptolemäus vor-liegen, liest sie aber, wie w r ir schon oben S. 54 gezeigt haben, ab, als wäre sie geostet.
Ra giebt in England 246 Ortsnamen (ohne die Flüsse und Inseln), von welchen etwa 114 belegtund lokalisiert werden können; das It hat nur 112 Namen, deren generelle Lokalisierung keine Schwierigkeitbietet. Wir haben in der nebenstehenden Skizze die bestimmbaren Namen des Ra, um seine Darstellungübersichtlicher zu machen, kartographiert, s. Fig. 35. Es ergiebt sich auf diesem Wege, dass dieBeschreibung des Ra planmässig nach Provinzen fortschreitet, und wir können 6 Abschnitte deutlichunterscheiden:
1. das südwestliche Gebiet — wir haben es Britannia prima genannt, doch ist ja die EinteilungBritanniens zur Römerzeit noch sehr strittig — von p. 424, 4 — 426, 17, mit Isca Dumn. als Hauptstadt;
2. den grösseren Teil des heutigen Wales, Britannia sc cunda, mit den Hauptstädten IscaAugusta und Utriconion, von p. 426, 18—427, 10;
3. die Fla via Caesar iensis, das grösste Gebiet umfassend, wohl mit Londinium als Haupt-stadt, von 427, 11—430, 9; eine weitere Unterabteilung lässt sich hier nicht machen, da die Beschreibungbald da bald dort fortsetzt;
4. die Provinz Maxima Caesariensis mit der Hauptstadt Eburacum-York, bis zum Roman-wall (Hadrianswall, Piktenwall), an welchem sämtliche Kastelle aufgeführt werden, von 430, 10—433, 3.Das gleiche Gebiet giebt die Not. Dign. unter dem Dux Britanniarum stehend an;
5. die Provinz Valentia, vom Romanwall bis zum Graham Dike (Piuswall), p. 433, 4—435, 12,wobei am Schlüsse die 10 Stationen oder Kastelle am Graham Dike aufgeführt werden, welche wir vonkeinem andern Schriftsteller kennen;
6. von 435, 14 bis 436, 16 folgen Orte aus der Britannia Barbara, jenseits des Piuswalles.Von 436, 20 an lässt Ra noch 8 Namen (diversa loca) folgen, unter welchen Volksnamen und Flüssegemischt erscheinen, was wieder auf seine Karte hinweist. Für die 36 Flussnamen p. 437—439 eineReihenfolge herauszufinden, ist uns nicht gelungen.
Es ist schwer festzustellen, welcher Zeit die Quelle des Ra für Britannien angehört. Dass er diebeiden Wälle hat und wie Ptolemäus auch das Caledonische Britannien beschreibt, könnte man auf denAnfang des 3. Jahrhunderts beziehen; aber die durchgeführte Gliederung der Provinzen, welche mituntertreffliche Kenntnisse zeigt, manchmal aber auch starke Bedenken erregt, kann vor Diocletian oder dem4. Jahrhundert nicht angenommen werden. Später aber als im 4. Jahrhundert dürfen wir die ausschliesslichalten Namen und besonders die Kastelle an beiden Wällen nicht ansetzen. Mit Sicherheit ergiebt sichjedoch aus Betrachtung der Darstellung des Ra, dass an Entnahme aus der Ta oder einein Itinerar nichtzu denken ist.
Wir sind somit für Britannien bei der Herstellung des fehlenden Stückes der Ta ausschliesslichauf das It angewiesen, welches glücklicherweise in Britannien keine grössere Lücke zeigt, und mit demvorhandenen Stück der Ta trefflich harmoniert. Wir können deshalb nicht viel fehlgehen, wenn wir fürdie Herstellung Britanniens auf der Ta dem It folgen, bei einzelnen Namen aber doch den Pa vergleichen,da derselbe auch da, wo er anderen Quellen folgt, doch manches Einzelne der Ta anzupassen phVgt.Welche Städte mit 2 Türmen auszuzeichnen sind, ist im allgemeinen nicht zweifelhaft; fraglich könnte esetwa Lei Verulamium, Camborico und Condecor sein. Letzteres haben wir ausgezeichnet, weil die Beatus-karte von St. Sever, deren Städte meist mit den turmversehenen Städten der Ta übereinstimmen, Oondraconeben Lindinio, Lindo, Uirigonio und Moroduno als Stadt in England aufführt 1 ).
') Siehe Mm I, p. 59.
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