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6 (1898) Rekonstruierte Karten
Entstehung
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II. Der Ravennas. — Die Weltkarte.

sind, um auf das Bild wesentlichen Einfluss zu haben. Das Fretum Septemgaditanum käme nicht so weitnach rechts, was erwünscht wäre; dafür erhielten wir aber Britannien und Germania schmäler, den NordenEuropas noch mehr erhreitert, Asien im Osten verschmälert, was keine Vorteile wären. Wir glaubenaus all diesen Gründen die einfachste Konstruktion mit der Teilung des Kreises in 24 gleiche Bögen,als die von Ra angewandte annehmen zu dürfen.

Die Verteilung der 3 Erdteile giebt Ra folgendermassen an. Europa nimmt auf der Karte13 Stunden ein (IX. — XII. hora diei, und I. — IX. hora noctis) und ist lang, aber schmäler als Afrika-,am breitesten ist es zwischen Dalmatia und Dania, wobei vom Winkel des Adriatiscben Meeres an ge-rechnet wird, und die Linie durchaus nicht genau nord-südlich zu verlaufen braucht; übrigens könnte inunserem Bild leicht nachgeholfen werden, wenn die Balkanhalbinsel zwischen Macedonia und Dalmatiaschmäler gezeichnet würde. Asien nimmt 6 Stunden ein (X. — XII. hora noctis, I. — III. h. diei) undwird halbiert durch die vertikale Aequinoktiallinie •, es ist kurz (vom Mittelmeer bis zum Ocean), abersehr breit, am breitesten von Bithynia bis Arabia (ebenfalls in schiefer Linie zu nehmen) (p. 36 und 387).Afrika nimmt 5 Stunden ein (IV. — VIII. hora diei). Die 3 Erdteile als Anteile der 3 Söhne Noas sindgleich gross (p. 387), wir haben also hier die richtige Dreiteilung des Orbis. Deshalb können aber derTanais und Nil nicht einander gegenüberliegen. Britannia ist die grösste aller Inseln.

Dass die bisherigen Entwürfe der Karte den Angaben des Ra in vielem nicht entsprachen, hatWalleser gezeigt; so liegt der Pontus bei Kiepert hora 6 — 8, bei Schweder h. 12, sollte aber in der9. und 10. h. n. liegen; die Maeotis bei Seh. h. 11 — 12, Gravier 10 statt 9; Portae Caspiae bei Schwederh. 12 statt 11; Alexandria und die Nilmündung bei Seh. h. 3 statt 4; Eremus Madian Nahataei sollenh. 1 sein, was bei Seh. kaum möglich ist.

Zu den Eigentümlichkeiten der Karte des Ra gehört unter allen Umständen, dass das Fretum Sep-temgaditanum weit nach Süden aus der Mitte hinaus gerückt ist, wie bei Ho und Ml, und auf Eh, aber imGegensatz zu Or und Hf und deren A 7 erwandten. Auch inhaltlich sind zu der Karte des Julius HonoriusBeziehungen vorhanden, so unter den Flüssen Thermodon (bei Ho irrig als gens); wenn man die aus einerKarte entnommene Liste der Flüsse bei Ampelius vergleicht, so fehlen dieselben Flüsse bei Ho und Ra.Beiden gemeinsam sind die 4 grossen Oceane, welche den 4 Himmelsrichtungen entsprechen. Auf dieVerwandtschaft der Karte des Lambert haben wir schon Mm III, 52 aufmerksam gemacht; diese Karteallein bat Thule im Westen statt im Norden wie Ra.

Eine weitere Verwandtschaft finden wir bei Marcian von Heraclea (c. 400 n. Chr.) 1 ), welcherTroglodytice an derselben Stelle hat, den Oceanus occidentalis und septentrionalis in derselben Begrenzungwie Ra und Ho, die Saxones an derselben Stelle, Scandia als Insel. Wir machen auf diese, wenn auchnur sporadischen Beziehungen aufmerksam, weil die Karte des Ra, abgesehen von den neueren Ein-schiebseln, einen in vielem eigentümlichen Typus der alten Karten darstellt, und besonders zu Or-Hf instarkem Gegensatz steht.

') E.l. Müller Geogr. Gr. min. I, 515 Bq.