54Bergischen, der Stadt wies er Terrain an in der Citadelle undin den neuen Festungswerken an der Nordfront; zur Erweiterungder Stadt nach Süden ließ er Pläne entwerfen — die sogenannteExtension — und forderte durch wiederholte, viele Begünstigungenenthaltende Edikte zur Ansiedelung auf. Der Bau eines neuen,mit allen Mitteln architektonischer Pracht ausgestatteten Schlossessollte hier den Abschluß bilden, konnte jedoch wegen fehlenderGeldmittel nicht zur Ausführung gebracht werden. Hätte JohannWilhelm über die Millionen verfügen können, auf welche seinePläne berechnet waren, er würde Düsseldorf zu einer Stadtgemacht haben, welche in Deutschland nicht ihres Gleichen hatte.Nirgendwo konnte daher das Denkmal des Fürsten einegeeignetere Stelle finden, als auf dem Marktplatz in seiner Re-sidenzstadt Düsseldorf; aber auch nur hier! denn um das Jülich-Bergische Land hat er kein Denkmal verdient. Wer das Stand-bild gesetzt? — die Inschrift sagt, die „grata civitas“, abersie ist neueren Datums (1830) und von dem Inhalte einer altengleichzeitigen Inschrift ist nichts bekannt. Ein historischer Beweis,daß die Bürgerschaft etwa durch freiwillige Beiträge das Stand-bild errichtet habe, ist bis jetzt noch nicht beigebracht, und Allesdarüber bekannte beruht lediglich auf Tradition. Modellirt istes vom Kurfürstlichen Hof=Statuarius Ritter Grupello;jegossen von dem Kurfürstlichen Stückgießer Swiß, dessenQuittung über 400 Rthlr. „zur Gießung hiesiger Statuen“schon erwähnt wurde. Mit Bedauren zwar, aber mit vollerUeberzeugung muß ich der Stadt diesen Beweis der Dankbarkeitgegen ihren Wohlthäter absprechen. Das Resultat meinerStudien über Johann Wilhelm läßt es mir durchaus unzweifel-haft erscheinen, daß die Veranlassung zur Errichtung des Stand-bildes, sowohl zur Verschönerung der Residenz, die noch keinöffentliches Denkmal aufzuweisen hatte, als zur Verherrlichungseiner Fürstlichen Person und Würde, von ihm selbst aus-gegangen sei, oder mit anderen Worten, daß er sich dasDenkmal selbst gesetzt habe. — Die Gründe, welche michzu dieser Ueberzeugung geführt haben, werde ich bei der Wider-legung der gegen mich gerichteten Kritik näher erörtern, undwende mich hiermit ab von dem „pragmatisch=historischen Feder-
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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
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