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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
Entstehung
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40Gesinnung nicht minder eine Genugthuung darin fand, die kirch-lichen Feste mit großem Pomp und feierlichen Aufzügen aus-zustatten.In solcher Umgebung wuchs der junge Prinz heran, undes ist leicht einzusehen, daß die Neigung zu äußerer Repräsen-tation und der Hang zu glänzenden Festen, welche JohannWilhelm als Regent und Landesherr offenbarte, hier ihre ersteWurzel schlugen. Die Umgebungen und Eindrücke der Kind-heit üben ja unbestreitbar auf die Neigungen des heranwachsen-den Alters einen bleibenden und schwer zu verlöschenden Ein-druck aus. Genährt wurde diese Vorliebe für das Aeußere ge-wiß noch durch den Besuch, den Johann Wilhelm in seinem14. Lebensjahre mit seinem Vater, unter Begleitung eines großenGefolges aus dem heimischen Adel, dem Könige Ludwig XIV.abstattete, der zu jener Zeit (1672) im Kriege mit den Nieder-landen vor der Festung Herzogenbusch sein glänzendes Hoflageraufgeschlagen hatte. Auch mögen die Bemühungen, welche PhilippWilhelm damals zur Erlangung der Königskrone von Polenmachte, auf den höher strebenden Sinn des fürstlichen Jünglingseingewirkt haben, um so mehr, da der Vater, als er seineWünsche nicht erfüllt sah, die vermeintlichen Ansprüche für denSohn wieder aufnahm.An Körper und Geist hatte sich der junge Prinz rasch undvortheilhaft entwickelt. In allen körperlichen Uebungen sehr ge-wandt, guter Reiter, Fechter und besonders graciöser Tänzer,hatte er unter der Leitung seiner Lehrer sich die an den Höfenjener Zeit unentbehrlichen Kenntnisse der lateinischen, französischen,spanischen und italienischen Sprache erworben. In den übrigenWissenschaften war er genau nach den für die Jesuitenschulenfestgestellten Normen ausgebildet worden. Als er das 17. Le-bensjahr erreicht hatte, sollte er nun die übliche große Reise andie auswärtigen Höfe, nach Frankreich, England und Italienantreten, um seine Tour mit einem Besuche am Kaiserhofe zuWien zu beschließen. In der Proposition, welche Philipp Wil-helm deshalb den Ständen vorlegte, behufs Aufbringung derReisekosten, wird als Zweck der Reise angegeben „damit derjunge Prinz mit den auswärtigen Potentaten sich persönlich be-kannt mache, derselben Regierungs Principia und manieren be-