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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
Entstehung
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31doch in ihm Bedenken aufzusteigen, daß der Kaiser den fort-dauernden Beschwerden des Corpus Evangelicorum nachgebenund sich wegen Beseitigung der Klausel mit Ludwig XIV. inVerhandlungen einlassen könne; er schreibt deshalb besorgt anden Gesandten: „wenn nur die Cron Frankreich bei der Clau-sula IV. beharret und sich durch der Reformirten importunesAndringen zu schädlicher Interpretation nicht verleiten läßt.So dachte und schrieb Johann Wilhelm, der fast zu gleicherZeit — im October 1697 — in Jülich und Berg die früherenReligions=Recesse von Wesel und Rheinberg, worin den Pro-testanten freie Religionsübung zugestanden war, neu publizirenließ. Der Standpunkt, den er namentlich in Bezug auf denRyswicker Frieden und die Klausel festhielt, läßt sich zwar durchseine streng=katholische Erziehung und Gesinnung, durch die Lehrenund das Beispiel seines Vaters, rechtfertigen, zu einer Zeit, wodie confessionellen Verhältnisse eigentlich allein die Basis allerPolitik und aller Regierungshandlungen ausmachten, aber er istdurchaus nicht dazu angethan, ihn mit dem Glorienscheinder Toleranz zu schmücken. Die sogenannten Toleranzediktewaren keineswegs Emanationen der eigensten Gesinnung desFürsten, sie waren vielmehr hervorgerufen durch feststehende Ver-träge, die wir für Jülich und Berg schon eben kennen lernten.Für die Pfalz aber galt der Vertrag von Schwäbisch=Hall,vom October 1684, den Philipp Wilhelm hatte eingehen müssen,als er zu der bis dahin in protestantischen Händen gewesenenPfälzischen Kurwürde berufen wurde. Ludwig XIV., unterLeitung der Frau von Maintenon fromm geworden, der schon1685 durch Aufhebung des Edikts von Nantes seine Gesinnun-gen gegen den Protestantismus offenbarte, hatte auch jetzt seinenZweck erreicht. Er hatte einen neuen Zankapfel, und zwar dengefährlichsten, den des confessionellen Zwiespalts, zwischen diedeutschen Reichsfürsten und Stände geschleudert, der noch langenachhaltig gewirkt hat zum Schaden Deutschlands, und leider inder neuesten Zeit wieder aufgenommen zu werden scheint.Noch während des Verlaufs des Spanischen Erbfolgekrie-ges, der Johann Wilhelm bereits den Kurhut von Bayern unddas Erztruchseß=Amt gebracht hatte, starb 1711 ganz unerwartet