30Interesse, zu untersuchen, welche Stellung der Landesherr, Kur-fürst Johann Wilhelm, dazu eingenommen hat.Ob Johann Wilhelm schon vorher von der Absicht Lud-wig's XIV. unterrichtet gewesen sei; ob er, wie einige Historikerbehaupten, sogar der intellektuelle Urheber der Klausel war?darüber würden wohl nur die Akten des französischen Ministe-riums des Auswärtigen und des Pfälzischen Hausarchives authen-tische Auskunft geben können, Nach geschlossenem Frieden warer jedoch mit der Klausel ganz einverstanden und konnte seineinnere Befriedigung darüber kaum verbergen. Schon am 15.November 1697 schreibt er seinem Bevollmächtigten: „dadurchwerden die Consilia derer zu Boden liegen, die uns in unserenKurpfälzischen Landen in Religionssachen die Hände noch mehrzu binden sich angemaßt haben.“ Auf dem Reichstage zu Regens-burg, wo das Corpus Evangelicorum fortwährend noch gegendie Ausführung der Klausel protestirte, war er, mit den geist-lichen Kurfürsten, fest entschlossen dieselbe aufrecht zu erhalten,und suchte auch den Kurfürsten von Sachsen dazu zu bestimmen.Sein Gesandter mußte Alles genau melden, was die EvangelischenReichsstände gegen die Klausel unternehmen würden, und wardahin instruirt, allen etwa gegen die Ausführung gerichtetenSchritten zu widersprechen. Aber vorsichtig heißt es in der In-struction: „dis Alles muß gar behutsam und glimpflich vorge-bracht und mit gar beweglichen und unwidertreiblichen argumen-tis, jedoch mit solcher Manier vorgebracht werden, daß es nichtdas Ansehen hat, daß es von uns herrühren thue.“ Als dieReichsstände eine nähere Interpretation der Klausel verlangtenund der Gesandte dies meldete, schreibt Johann Wilhelm dem-selben unter dem 4. Juni 1689 gleichsam höhnisch: „wenn dieProtestanten eine Interpretation davon verlangen, so mögen sienur bei dem König von Frankreich deshalb anfragen.“ Er rechnetferner auf die Uneinigkeit und Verwirrung der protestirendenReichsstände und äußert: „daß Nächste wäre noch, daß mandie Evangelischen aneinander hetzete, so ihr dannmit behörlich Circumspection und ganz unvermerktzu thun nicht zu unterlassen habt!“ Er rechnet hierbeiauf den Zwiespalt zwischen Lutheranern und Reformirten, dender Bevollmächtige noch mehr anschüren soll. Endlich scheinen
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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
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