28Kurfürsten von Trier und Köln dagegen, denen sich viele derkleineren Reichsfürsten anschlossen. Trotz dieses Protestes be-lehnte der Kaiser den Herzog Ernst August von Braunschweig-Lüneburg mit der Kurwürde, (Hannover), wodurch ein solcherZwiespalt unter den deutschen Reichsfürsten entstand, daß esbeinahe zu einem Sonderbunde gekommen wäre. Auch die sieg-reichen Erfolge der Brandenburger in dem Kriege gegen Frank-reich, wodurch besonders die Jülich= und Bergischen Lande ge-rettet worden waren, erregten in Johann Wilhelm die Besorg-niß vor einer „Praepotenz der Akatholischen.“ — Mit großerGenugthuung vernahm er deshalb die Convertirung des Kur-fürsten von Sachsen, August des Starken, der 1697 in Wienkatholisch wurde, um die Königskrone von Polen zu erwerben.Sachsen und Pfalz, einst die festesten Stützen der Reformation,waren nun in katholischen Händen, und Johann Wilhelm be-grüßte es „als eine unbegreifliche göttliche Gnade, welche manconserviren müsse, daß die Kurwürde in der Pfalz und Sachsenwieder in unsere Hände gekommen.*) Er ließ auch später nochdem Kurfürsten von Sachsen, der trotz seiner Convertirung, nachden Reichsconstitutionen immer noch das Directorium des Cor-pus Evangelicorum führte, bedeuten, „er möge sich eifriger fürden neuen Glauben zeigen, seinen Kurprinzen katholisch erziehenlassen, sich mit lauter katholischen Subjecten umgeben und sichvon den Protestanten völlig abthun.Schärfer noch tritt dieser Antagonismus gegen die Pro-testanten hervor in den Verhandlungen des Ryswicker Friedensund der bekannten Klausel. Nach langen Präliminarien, indenen die Gesandten Ludwig's XIV. wieder ihre große Geschick-lichkeit durch Trennung der Gegner bekundet hatten, lag endlich,am 30. October 1697, der Friedenstraktat mit dem Kaiser unddem Reich zur Unterschrift fertig da. In der Nacht vorhertraten aber die Franzosen noch mit einer Klausel hervor, welche*) Der Verfasser der Federzeichnung hat (pag. 27) diese Stelle eben-falls citirt und besonders glorificirt. Wenn er aber hinter „Sachsen“ inParenthese „Westfalen“ hinzufügt, so ist mir dieser Zusatz ganz unverständlich.Es handelt sich lediglich nur um das wieder unter einem katholischen Landes-herrn stehende Kurfürstenthum Sachsen, womit Westfalen gar nichts zuschaffen hat.
Druckschrift
Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
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