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Sollen die Juden Christen werden?
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Emilio Castelar endlich sagt in seinem, an den letzten

(Wiener »Deutschen Schriftstellertag« gerichteten Sendschreiben:» Wenn der Athener der Künstl er, der Römer der Politiker ,der Phönizier der Handelsmann, der Assyrer der A str onom,der Egypter der Astrolog und der Perser der Soldat ist, s oist der Jude durch seine n Tempel und durch seinen Gottder Priester des Alterthums. Die Hauptideen unsererTheologie, die Idee des absoluten und ewigen Seins ist seine(Idee; das Moralgesetz, das uns noch jetzt mit seinen un-zerstörbaren Geboten beherrscht, ist geschrieben worden inder Glut des Dornbusches am Horeb und beim Funkeln derBlitze des Sinai. Nur die Zähigkeit eines solchenVolkes konnte die eine I dee der Einheit Gottesunverletzt erhalten, als die Sphinxe auf ihren Piede-stalen von Granit sich bewegten und die Nymphen und Sirenenebenso in den Wogen der Lüfte, wie in dem Lauf der Bächesangen, um die Welt heidnisch zu machen.« ....

Vor solchen Zeugen wird wohl selbst der fanatischesteJudenfeind sich beugen Und das Ver dienst des jüdischenVolkes um die Menschheit anerkennen müssen.

Das Judenthum schenkte aber ferner der Welt auch dieBibel, »das grosse Erziehungsbuch der Menschhei t«, das nochjetzt den Geist der reinen Gotteserkenntniss und der Humanitätin alle Enden der Erde bis hinaus zu den Wilden Afrikasund Australiens trägt; ein Buch, aus dem die grössten Männeraller Volker und Zeilen. Dich ter, Künstler und Staatsmänner,einen grossen Theil ihrer geistigen Nahrung geschöpf t haben.Was verdanken nach ihrem eigenen Geständnisse Lut her undGoethe, Herder , Klopstock, Milton u nd die meisten übrigengross en Dichter des vorigen Jahrhunderts der Bibel?*Vernehmen wir wieder zwei unparteiische Zeugen.

* Presse und Judenthum, p. 126 f. Vgl. Renan (De la part despeuples semitiques dans l'histoire de la civilisation, Paris 1862).». . . Mitton, Lamartine, Lamenais n'existeraient p'as, ou n'existeraientpas tout'entiers sans les psaumes.«