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Sollen die Juden Christen werden?
Entstehung
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Gesellschaft, in die sie sich kriecherisch und speichelleckendeindrängen^ ohne von ihr neacntet zu werden.

Das Erste, was wir von.einem Manne erwarten, istCharakterfestigkeit un d der Muth, seiner Ueberzeugung Opferzu bringen. Wir achten den Mann, der, um seinen politi-schen Ueberzeugungen — die doch weit weniger als diereligiösen mit dem ganzen Wesen des Menschen verwachsensind — nicht zuwider zu handeln, sein Amt und seine Ehrenniederlegt und ins Privatleben zurückkehrt. Wie kann da-her der Staat Menschen, die sich so sehr über jedes Ehr-und Mannesgefühl hinweggesetzt, haben, dass sie ihre heiligstenUeberzeugungen für ein Stück Brod oder einen eitlen' Ordenpreisgeben, zu Lehrern und Richtern seiner Bürger ernennen ?

Angesichts solcher Erscheinungen drängt sich mit elemen-tarer Gewalt die Frage in den Vordergrund : Sollen di eJuden die Taufe nehmen, dadurch ihre Sonderexi-stenz aufgeben und sich mit den christlichen Völkernverschmelzen oder nicht? Diese Frage zu beantworten,soll die Autgabe der folgenden Blätter bilden.

»Betrachtungen dieser Art gehören in das Kämmerlein,nicht in die öffentliche Discussion«, meint Theodor Mommsen. *

Wir bedauern, in diesem Punkte unserem ehemaligen,hochverehrten Lehrer widersprechen zu müssen. — Die jüdischeWelt, die durch die Emancipation von ihrem zweitausend-jährigen unsteten Umherirren und unsagbaren Leiden endlichausruhen zu können hoffte, ist seit einigen Jahren wiederdie Zielscheibe des Hasses der Völker : Haman und Amalekund Apion sind wieder, nur unter anderer Gestalt, er-schienen. ** *

* »Auch ein Wort über unser Judenthum.« Berlin 1881. 5. Aufl.pag. 15.

** Bei dieser Gelegenheit können wir nicht umhin, den kürzlichin Wien (Alfred Holder, 1883) erschienenen, geistvollen Roman »Apion«aufs Wärmste zu empfehlen, in welchem uns der geniale, anonyme Ver-