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Sollen die Juden Christen werden?
Entstehung
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Man findet im Lager des Antisemitismus, in das täglichneue Scharen Unzufriedener hinüberziehen, kein Mittel fürniederträchtig genug, als dass es nicht gegen das bestgehassteVolk der Erde in Anwendung gebracht werden sollte. Aufder einen Seite stösst man die Juden von sich, wie die Ab-lehnung des Mischehegesetzes im ungarischen Oberhause deut-lich beweist; auf der andern macht man ihnen das Fest-halten an den Sonderheiten ihrer Nation und Confession zumVorwurfe. Die drei Matadore des Antisemitismu s, gleich-sam der gelehrte Generalstab desselben, Richard Wagner,Arthur Schopenhauer und Dühring, sprechen den '--Jucfeprundweg jede Begabung in künstlerischer, wissenschaftlicher -und politischer Beziehung ab ; andererseits aber überschüttetman die Juden mit Gift und Galle, wej.1 sie d urch ihre hoheBegabung, ihren Scharfsinn und Fleiss den nicht-jüdischenKünsllern, Gelehrten und Beamten nicht selten den Rangablaufen. Der krasse Widerspruch in diesem Verfahren der

Feinde der Juden liegt auf der Hand und zeigt uns deutlich,wie verworren die Vorstellungen derselben über ihre Zieleund die gegen die Semiten anzuwendenden Mittel sind.

Was sollen wir bei solcher Lage der Dinge thun ? rufenverzweifelt die Juden unserer Tage, und wir erachten es ebendeshalb für unsere Pflicht, die grosse, welthistorische Fragenicht »ins Kämmerlein« zu weisen, sondern vor das Forumder öffentlichen Discussion zu ziehen. Wir haben unserVotum bereits abgegeben; wir haben dasselbe im Folgendennur zu begründen.*

Was will man denn von dem unglücklichen, winzigenVölklein der Juden, das an allen Enden der Erde zerstreut

fasser in die Wiege des Christenthums und damit auch zugleich in diedes Antisemitismus einführt. Warum hüllt sich der Dichter in ein sogeheimnissvolles Dunkel ? Er braucht sich wahrlich seines Geistes-produetes nicht zu schämen, das sich kühn neben die besten historischenRomane unserer Zeit stellen kann.

* Vergl. unser Werk »Presse und Judenthum«. 2. Aufl. p. 32 —47.