Druckschrift 
2 (1884) 1582 - 1586
Entstehung
Seite
380
Einzelbild herunterladen
 

380 1586 450.

24. Mai triicklich) zu verstehn geben, das wider S. K. W. willen vi] be-sehenen und fürgangen, doch dabei letstlich vermeldet, das S. K. W.in dero cron eine religion haben wolten, darin auch dieselbe, die-weil andere obrigkeiten desgleichen tun, nicht zu verdenken oderauch Ordnung und mas S. K. W. zu geben sei:

Haben wir ihme dargegen vermeldet, das gott der allmechtigeiner iglichen christlichen Obrigkeit ziel, Ordnung und mas gegeben,di si auch nicht könne oder solle überschreiten, si wolle dann dennamen einer christlichen und gottseligen obrigkeit verliren. Undsei nemblich diss gottes bevelch und mainung, das eine iglicheobrigkeit ihne recht erkennen und nach seinem wort ehren solleals von dem si ihr land und leut empfangen und zu lehen tragen.Dann der spruch: Gebet gott, was gottes ist, verpflichte die obrig-keit eben so wohl zu rechtem warem gottesdinst als di undertanen,inmassen dann der könig David mit forcht und zittern gott zudinen und den söhn zu küssen der obrigkeit auferlegen tut. Nuhnwerden aber S. K. W. getreue undertanen mit weib und kinderneben von wegen des wahren gottesdinsts verfolgt, von haus undhof ins ehlend verjagt, ja erwürget und ermordet; di doch andersnicht tun, dann das si vermög itztangeregten befehls, dem wi ge-meldet S. K. W. auch selbst zu gehorsamen schuldig, gott geben,was gottes ist, und sonsten in allen politischen Sachen zu demallereussersten gehorsam sich erbieten und beflissen, auch dessenvon S. K. W. selbst zeugknuss haben. Und ob schon wolte gesagtwerden, es betten solche betrangte undertanen nicht die rechtewahre religion und also keinen rechten gottesdinst, so beruffen sisich doch auf gottes wort, wollen sich gern aus demselben uuder-richten lassen, erbieten sich, in einer ordentlichen general- 'odernationalversamblung vorzukommen und ihres glaubens aus gotteswort rechenschaft zu geben, auch gegenbericht anzuhören. Beiwelchem erbieten si von S. K. W. umb sovil desto mehr soltengelassen werden, weiln dieselbe titulum regis Ghristiauissimi fuhrentut; dann was stehet einem christlichen könig besser an, danngegen seinen undertanen, die sonst ausserhalb gewissenssachen sichalles schuldigen gehorsams gebrauchen, linde und solche wegefürzunemmen, die in gottes wort selbst fürgeschribem, deren auchalle christliche kaiser und könige, die ihre königliche cron mitmenschenblut nicht besudlen wollen, mit hohem rum und lob ganzfruchtbarlich sich gebraucht haben.

Neben dem sei die obrigkeit eine beschützerin und vertaidigerinder ersten und andern tafel der gebotten gottes, eine underhalteringuten ruigen fridlichen wesens, damit si und ihre undertanen inaller gottseligkeit und erbarkeit leben mögen. Nuhn werde aberdurch solchen neu angefangenen krig der gemeine friden genzlichzerstöret, alle gottseligkeit und erbarkeit aufgehaben und dargegenanders nichts als fluchen, schweren, gottslestern und schmehen,jungkfrauen und weiber sehenden, rauben, würgen und morden eiu-geführet.

Letstlich so seien di obrigkeiten viel steifer und fester, was siverheissen und zugesagt, dann geringere leut, die in solchen hohenstand nicht gesetzt, zu halten schuldig; dann nachdem si vor